Wie Villeroy & Boch seine Treibhausgasbilanz konsolidiert und SBTi-Ziele validiert hat
Kunde: Villeroy & Boch AG
Kategorie: Manufacturing / Consumer Goods – Bad & Wellness, Dining & Lifestyle
Der Villeroy & Boch Konzern ist einer der weltweit führenden Premium-Anbieter in den Bereichen Dining & Lifestyle sowie Bad & Wellness. Das 1748 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Mettlach, Deutschland, steht für Innovation, Design und Qualität. Mit seinen beiden Hauptmarken Villeroy & Boch und Ideal Standard ist der Konzern mit mehr als 11.000 Mitarbeitenden in rund 140 Ländern weltweit vertreten.
Im Jahr 2024 hat der Villeroy & Boch Konzern mit der Übernahme von Ideal Standard die größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Durch die Integration wuchs unter anderem die Komplexität der konzernweiten Nachhaltigkeitssteuerung – insbesondere im Hinblick auf die Erstellung einer konsolidierten und auditierbaren Treibhausgasbilanz.
Die DFGE – Institute for Energy, Ecology and Economy begleitet Villeroy & Boch seit mehreren Jahren als verlässlicher Klimaschutz- und Carbon-Accounting-Partner. Die Zusammenarbeit erstreckt sich über die gesamte strategische Wertschöpfungskette: von der Erstellung des Corporate Carbon Footprints (CCF) über die Entwicklung wissenschaftsbasierter Klimaziele im Rahmen der Science-Based Targets initiative (SBTi) bis hin zur Prüfungsbegleitung und zur Qualitätssicherung eingesetzter Software-Tools.
- Nachhaltigkeit bei Villeroy & Boch
- Corporate Carbon Footprint mit der DFGE
- CCF-Software der DFGE
- Klimaziele mit der DFGE
Giuseppe Noto
Head of Environment, Energy and Idea Management, Villeroy & Boch AG
„Uns war wichtig, für die Entwicklung unserer Science-Based Targets einen Partner zu haben, der nicht nur die methodischen Anforderungen der SBTi im Detail kennt, sondern auch praktische Erfahrung aus zahlreichen Validierungsprozessen mitbringt. Die DFGE hat uns genau das geboten.“
Herausforderungen
Eine wachsende Bilanz, drei zentrale Aufgaben
Durch den Zusammenschluss mussten die Corporate Carbon Footprints der Jahre 2021 (als Basisjahr für das SBT-Projekt) und 2024 in einer gemeinsamen, GHG-Protocol-konformen Treibhausgasbilanz zusammengeführt werden. Für zahlreiche Standorte und spezifische Emissionsquellen beider Unternehmen war hierfür eine umfassende und präzise Datenmodellierung erforderlich. Zugleich stiegen die Anforderungen der Wirtschaftsprüfung an die lückenlose Nachvollziehbarkeit und Dokumentation der Berechnungen spürbar an.
Das primäre Anliegen von Villeroy & Boch war die Definition und offizielle Validierung wissenschaftsbasierter Klimaziele (Science-Based Targets) – sowohl kurzfristige (Near-Term) als auch langfristige Reduktionsziele (Long-Term / Net-Zero) nach den anspruchsvollen Kriterien der SBTi. Dies erforderte eine methodisch hieb- und stichfeste Emissionsbasis über alle Scopes hinweg sowie eine zielgerichtete Navigation durch den mehrstufigen, iterativen Validierungsprozess mit der SBTi.
Um künftige Bilanzen noch effizienter und eigenständiger erstellen zu können, implementierte Villeroy & Boch ergänzend eine kommerzielle CCF-Software-Lösung. Da beide Berechnungswege anfangs auf unterschiedlichen Datengrundlagen basierten, mussten zentrale Einflussfaktoren auf das Berechnungsergebnis – etwa der Dateninput, die Emissionsfaktorenzuordnung und die Granularität der Rohdaten – differenziert betrachtet werden. Für eine konsistente und transparente externe Kommunikation war es unerlässlich, diese Einflussfaktoren gemeinsam mit Villeroy & Boch nachvollziehbar aufzuarbeiten.
Lösungen
Von der Datenmodellierung bis zur Befähigung zur Eigenständigkeit
Die DFGE erstellte die Corporate Carbon Footprints für die Bilanzjahre 2021 und 2024, integrierte die Emissionsdaten von Ideal Standard vollständig in die neue Konzernbilanz und schloss bestehende Datenlücken mit anerkannten Modellierungsansätzen. Alle Schritte wurden transparent dokumentiert und durch konkrete Handlungsempfehlungen zur Optimierung der künftigen Datenerhebung ergänzt. Für die Wirtschaftsprüfung bereitete die DFGE umfassende methodische Erläuterungen auf und stand während des Audit-Prozesses als fachlicher Ansprechpartner zur Seite.
Auf Basis der robusten CCF-Daten berechnete die DFGE Near-Term- und Long-Term-Klimaziele im Einklang mit den aktuellen SBTi-Kriterien für alle relevanten Scopes. Durch fundierte fachliche Beratung, Szenarioanalysen und konkrete Reduktionspfade begleitete die DFGE Villeroy & Boch zur Zielerreichung und steuerte den gesamten Einreichungs- und Validierungsprozess gegenüber der SBTi bis zum erfolgreichen Abschluss.
Im Rahmen eines detaillierten Software-Projekts analysierten Villeroy & Boch und die DFGE gemeinsam zentrale Einflussfaktoren auf die Berechnungsergebnisse – darunter Herausforderungen bei KI-gestützten Emissionsfaktor-Mappings (EF-Mappings), spezifische Benennungen von Aktivitätsdaten sowie unterschiedliche Granularitäten der Rohdaten. Die Analyse verdeutlichte, dass insbesondere bei der konsistenten Aufbereitung von Primärdaten weiteres Verbesserungspotenzial besteht. Villeroy & Boch erhielt dadurch wertvolle Einblicke, um die eingesetzte Software künftig mit noch hochwertigeren Daten zu füttern und schrittweise weiter in Richtung methodisch konsistenter, eigenständiger Bilanzierung voranzukommen.
Ergebnis & Ausblick
Eine konsolidierte, auditierte Treibhausgasbilanz und validierte SBTi-Ziele
Villeroy & Boch verfügt heute über eine konsolidierte, auditierte Treibhausgasbilanz, die die Integration von Ideal Standard lückenlos abbildet, sowie über offiziell validierte Near-Term- und Net-Zero-Klimaziele nach SBTi-Standards.
Die erfolgreiche Begleitung der Wirtschaftsprüfung stärkte maßgeblich die Prüfungssicherheit und Datenqualität – ein entscheidender Vorteil im Hinblick auf die wachsenden Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD).
Durch die methodische Software-Analyse mit der DFGE steigerte das Unternehmen zudem sein internes Know-how im Bereich Carbon Accounting. Im Projekt wurden Einflussfaktoren auf die Berechnungsergebnisse analysiert und Handlungsempfehlungen für die künftige Datenerhebung erarbeitet.
Giuseppe Noto
Head of Environment, Energy and Idea Management, Villeroy & Boch AG
„Über die verschiedenen gemeinsamen Projekte hinweg hat uns die DFGE stets als verlässlicher und fachlich versierter Partner begleitet. Wir schätzen diese Zusammenarbeit sehr und freuen uns auf die kommenden gemeinsamen Schritte in unserer Klimastrategie.“







