Corporate Sustainability Reporting Directive

Was ist die CSRD?

Die Corporate Sustainability Reporting Directive oder auch CSRD ist ein von der Europäischen Kommission veröffentlichter Vorschlag, um die bisher gültige Non-Financial Reporting Directive (NFRD) zu ersetzen. Die NFRD war Grundlage für die CSR-Berichtspflicht. Durch die neue CSRD der Europäischen Union wird die europäische Nachhaltigkeitsberichterstattung grundlegend erweitert und vereinheitlicht. Auf Grundlage der CSRD wird auch die deutsche Umsetzung der NFRD, das CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) ein umfassendes Update erhalten.

Top 5 – Was Sie über die CSRD wissen müssen | Download Booklet

Wichtige Veränderungen des Reportings durch die CSRD

Die nichtfinanzielle Berichtspflicht (NFRD – CSR-Berichtspflicht) aus dem Jahr 2014 wird durch den in April 2021 erstmals veröffentlichten Vorschlag zur CSRD wesentlich erneuert. Nach Beendigung der Konsultationsphase im August 2022 zu Verbesserungsvorschlägen wird die CSRD voraussichtlich Ende 2022 in die Schlussabstimmungen des Europäischen Rats und Parlaments gehen.

Die CSRD wird einige Neuerungen bringen:

  • Während bei der NFRD unterschiedliche Berichtsformate anwendbar waren, ist bei der CSRD eine Berichtspflicht ausschließlich im Lagebericht nach einheitlichen EU-Berichtsstandards vorgesehen, welche sich an den Sustainable Finance Disclosure Regularien (SFDR) und den EU Taxonomie Regularien orientieren.
  • Das Wesentlichkeitsprinzip wird von einer Einfachen Materialität aus der NFRD zu einer Doppelten Materialität. Dadurch gelten Sachverhalte als wesentlich, wenn sie für den Geschäftserfolg ODER aus ökologischen/sozialen Gesichtspunkten wesentlich sind. Dies wird zu einer bedeutenden Steigerung von zu berichtenden Sachverhalten führen.
  • Die CSRD führt eine Prüfpflicht ein, welche sukzessive von einer „Limited Assurance“ zu einer „Reasonable Assurance“ gesteigert wird. So wird eine externe kritische Prüfung vertieft werden.
  • Nicht mehr nur retrospektive Inhalte sind im Nachhaltigkeitsreporting verpflichtend, sondern auch zukünftige Inhalte/ Themen, insbesondere die Bewertung von Chancen und Risiken von Nachhaltigkeitsaspekten auf die Geschäftstätigkeit.

Zielgruppe

Wer ist von der CSRD betroffen?

Die CSRD weitet den Kreis der betroffenen Unternehmen deutlich aus. Waren bei der NFRD ca. 12.000 Unternehmen betroffen, werden es bei der neuen Richtlinie ca. 50.000 Unternehmen sein – davon allein ca. 15.000 in Deutschland. Von der CSRD betroffen sind:

Unternehmen, welche zwei der drei folgenden Kriterien erfüllen:

  • > 250 Beschäftigte (unabhängig von Kapitalmarktorientierung)
  • > 40 Mio. € Umsatz
  • > 20 Mio. € Bilanzsumme

An der Börse gelistete kleine und mittlere Unternehmen (exkl. Kleinstunternehmen). Gemäß der Richtlinie 2013/34/EU gelten Unternehmen ab Überschreitung von zwei der drei Merkmale als klein:

  • 10 Beschäftigte
  • 700.000 € Umsatz
  • 350.000 € Bilanzsumme

Zeitplan

Wann tritt die CSRD in Kraft?

Nach Übergabe der Entwürfe zu den CSRD Standards an die Europäische Kommission im November 2022, entwickelt von der EFRAG, wird die CSRD im Dezember 2022 von den EU Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt. Der derzeitige Plan sieht eine Einführung im Stufenmodell vor:

  • ab 1. Januar 2025 Bericht für das Geschäftsjahr 2024 für Unternehmen, die bereits der NFRD unterliegen
  • ab 1. Januar 2026 Bericht für das Geschäftsjahr 2025 für große Unternehmen, die derzeit nicht der NFRD unterliegen
  • ab 1. Januar 2027 Bericht für das Geschäftsjahr 2026 für börsennotierte KMU sowie für kleine und nicht komplexe Kreditinstitute und firmeneigene Versicherungsunternehmen

Wie verhält es sich bei Tochtergesellschaften/-unternehmen?

Unternehmen, welche auf Konzernebene berichten, entbinden dadurch ihre Töchterunternehmen von der eigenen Berichtsplicht, das Tochterunternehmen muss lediglich auf den Konzernbericht verweisen. Kapitalmarktorientierte Töchterunternehmen sind jedoch nicht von der Berichtspflicht ausgeschlossen.

Ausblick CSRD

Entwicklung der CSRD

Was geschah bisher?

Bis zu der finalen Verabschiedung der CSRD und der Erstellung der einheitlichen EU-Berichtsstandards ist in den vergangenen Monaten und Jahren einiges passiert. Die wichtigsten Meilensteine sind im Folgenden aufgelistet:

Was passiert als nächstes?

Die entscheidenden Schritte hin zu einer einheitlichen europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattung sind getan. Wie es in den kommenden Monaten weiter geht, lesen Sie unterhalb:

Entwicklung der CSRD

2014

  • Oktober 2014: Inkrafttreten NFRD (Richtlinie 2014/95/EU)

2017

  • März 2017: Inkrafttreten CSR-RUG

2021

  • März 2021: Strukturvorschlag für EU-Berichtsstandards durch die EFRAG
  • [CSRD ENTWURF #1] 21. April 2021: Veröffentlichung des Vorschlags zur CSRD von der Europäischen Kommission
  • April – 14. Juli 2021: Konsultationsphase zum CSRD Vorschlag
  • Juni 2021: Beratungsbeginn des Europäischen Rates (ER) zur CSRD
  • [CSRD ENTWURF #2] 16. November 2021: Veröffentlichung Berichtsentwurf zum CSRD -Vorschlag mit Änderungsvorschlägen
  • Dezember 2021: Prüfung eines ersten Kompromisstextes für die CSRD durch den ER

2022

  • Januar 2022: Veröffentlichung erster Arbeitspapiere zur inhaltlichen Konkretisierung der “European Sustainability Reporting Standards” (ESRS) durch die EFRAG-Arbeitsgruppe PTF-ESRS
  • Januar 2022: Vorlage eines überarbeiteten Kompromisstextes zur CSRD vom Vorsitz des ER
  • [CSRD ENTWURF #3] 24. Februar 2022: Veröffentlichung Änderungsvorschlag des ER zur CSRD
  • März 2022: Veröffentlichung 4-Spalten Dokument durch den ER zum Vergleich der drei CSRD-Entwürfe
  • April 2022: Veröffentlichung der 13 CSRD Standardentwürfe durch die EFRAG sowie Beginn der Konsultationsphase zur CSRD
  • Juni 2022: Vorläufige politische Einigung zur CSRD zwischen ER und Europäischen Parlament (EP) im Trilog
  • Juni 2022: VeröffentlichungGesetzesentwurf zur CSRD inklusive der Trilog-Änderungen
  • August 2022: Beendigung der Konsultationsphase zu den Standardentwürfen
  • August 2022: Information zur Entwicklung der sektor-spezifischen Standards gestreckt über drei Jahre.
  • September 2022: Veröffentlichung statistischen Auswertung der Konsultationsphase zur CSRD
  • November 2022: Das Europäische Parlament verabschiedet die CSRD.
  • November 2022: Die EFRAG veröffentlicht die finalen ESRS, die die Europäische Kommission in Delegierte Rechtsakte umsetzen wird.

Next Steps

  • Die Europäische Kommission wird die ESRS als delegierte Rechtsakte bis 2023 verabschieden, wodurch diese für alle von der CSRD betroffenen Unternehmen verbindlich werden.
  • Bis 18 Monate nach In Kraft treten der CSRD: Umsetzung der CSRD in nationales Recht durch EU Mitgliedsstaaten [Art.5, Abs.1; p.143]
  • Bis November 2023: Erstellung und Veröffentlichung erster sektorspezifischer Standards sowie KMU Standards

(Stand November 2022)

Inhalt

Was sind die Inhalte der CSRD?

Der CSRD Richtlinien-Vorschlag führt einheitliche und verbindliche europäische Berichtsstandards (European Sustainability Reporting Standards – ESRS) ein, welche sich aus Sektor-unabhängigen (Kernstandards), sektorspezifischen sowie organisationspezifischen Standards zusammensetzen.

Die Kernstandards erschließen Berichtsvorgaben zu Umweltzielen, gesellschaftlichen/sozialen Aspekten sowie Governance-Aspekten.

Die sektorspezifischen Standards werden über einen Zeitraum von drei Jahren in drei Paketen entwickelt. Im Herbst 2023 werden die Veröffentlichung vom ersten Paket der sektorspezifischen Standards (Landwirtschaft, Kohle, Bergbau, Gewinnung sowie Verarbeitung von Öl und Gas, Energieerzeugung, Straßentransport, Automobilproduktion, Textilien und Schuhe sowie Schmuck, Nahrung und Getränke) sowie organisationsspezifischen KMU-Standards erwartet. Die restlichen zwei Pakte der sektorspezifischen Standards sollen in den zwei kommenden Jahren folgen.

Zentrale Inhalte

Die mit Hilfe der CSRD veröffentlichten ESRS machen Vorgaben zu welchen Inhalten Unternehmen berichten müssen:

Bericht zu den sechs Umweltzielen der EU

  • Klimaschutz (Mitigation)
  • Anpassung an den Klimawandel (Adaption)
  • Wasser- und Meeresressourcen
  • Kreislaufwirtschaft
  • Umweltverschmutzung
  • Biologische Vielfalt und Ökosysteme

Bericht zu gesellschaftlichen/sozialen Aspekten

  • Achtung der Menschenrechte, Wahrung demokratischer Grundsätze und internationale Standards.
  • Chancengleichheit, inkl. Gleichstellung der Geschlechter sowie angemessene, faire und ausgeglichene Bezahlung. Inklusion und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung.
  • Angaben zu Arbeitsbedingungen, Sicherheit der Arbeitsplätze, Lohn und Tarifverhandlungen, Work-Life Balance, Sicherheit am Arbeitsplatz und Mitarbeitergesundheit sowie sozialen Dialog.

Bericht zu Governance-Aspekten

  • Angaben zu Struktur und Aufgaben der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens, inkl. Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte.
  • Anti-Korruptions- und Anti-Bestechungsbekämpfung, verankert in Unternehmensethik und -kultur.
  • Angaben zum politischen Engagement des Unternehmens inkl. Lobbying-Aktivitäten
  • Angaben zu Geschäftspartnerbeziehungen, inkl. Managerqualität und Zahlungspraktiken.
  • Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagement des Unternehmens.

European Sustainability Reporting Standards (ESRS)

Die EFRAG, verantwortlich für die Einführung von einheitlichen Berichtsstandards, hat zu jedem der Kernberichtsstandards einen Exposure Draft veröffentlicht. Die ESRS definieren die Inhalte der CSRD und basieren auf internationalen Rahmenwerken wie GRI, SASB und TCFD:

CROSS-CUTTING STANDARDS

ENVIRONMENT

SOCIAL

GOVERNANCE

COVER NOTE AND APPENDICES

Die EFRAG

Wer ist die EFRAG und was ist ihre Aufgabe?

Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) wurde 2001 mit Unterstützung der Europäischen Kommission gegründet. Europäische Interessensgruppen sowie nationale und zivilgesellschaftliche Organisationen gehören zu den Mitgliedsorganisationen. Die EFRAG hat den Auftrag die europäische Finanz- sowie Nachhaltigkeitsberichterstattung im öffentlichen Interesse zu fördern.

Innerhalb ihrer Aktivitäten im Bereich des Rechnungswesens unterstützt die EFRAG die Europäische Kommission zum einen bei der Entwicklung und Übernahme der International Financial Reporting Standards (IFRS). Zum anderen entwickelt die EFRAG im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung durch ihre neue Rolle in der CSRD nicht nur vollständig ausgearbeitete Entwürfen für die EU- Nachhaltigkeitsbeichterstattungsstandards, sondern berät auch mit Hilfe ihrer Sustainability Reporting Technical Expert Group (TEG) die Europäische Kommission technisch während des Implementierungsprozesses der CSRD.[1]

[1] https://www.efrag.org/About/Facts

Weitere Informationen zur EFRAG

Die EFRAG ist innerhalb der beiden Säulen des Financial Reporting Boards und des Sustainability Reporting Boards in technische Expertengruppen (TEGs), Arbeitsgruppen und beratende Ausschüsse unterteilt. Bei der Konsultation berücksichtigt die EFRAG alle Beiträge der Interessengruppen und die spezifischen europäischen Gegebenheiten. Transparenz, Governance, ordnungsgemäße Verfahren und öffentliche Rechenschaftspflicht stärken die Legitimität der EFRAG und machen sie zu einer überzeugenden europäischen Stimme in der Unternehmensberichterstattung. Die EFRAG wird von ihren Mitgliedern und der Europäischen Union finanziert.

CSRD Small

Aktuelle EU-Richtlinie vs. CSRD

Wesentliche Änderungen auf einen Blick

Aktuelle EU-Richtlinie 2014/95/EU

CSRD

Betroffene Unternehmen

Alle kapitalmarktorientierten Unternehmen, Versicherungen und Kreditinstitute

  • > als 500 Mitarbeitenden UND
  • > 40 Mio. € Umsatz ODER
  • > 20 Mio. € Bilanzsumme

Unternehmen, unabhängig von Kapitalmarktorientierung

  • > als 250 Mitarbeitende UND
  • > 40 Mio. € Umsatz ODER
  • > 20 Mio. € Bilanzsumme

Anzahl betroffener Unternehmen

  • Ca. 12.000
  • Ca. 50.000 – alleine 15.000 in Deutschland

Wesentlichkeit

  • Einfache Materialität
  • Sachverhalte gelten als wesentlich, wenn sie für den Geschäftserfolg UND aus ökologischen / sozialen Gesichtspunkten wesentlich sind.
  • Doppelte Materialität
  • Sachverhalte gelten als wesentlich, wenn sie für den Geschäftserfolg ODER aus ökologischen / sozialen Gesichtspunkten wesentlich sind.

Format der Berichterstattung

  • Unterschiedliche Berichtsformate möglich
  • Ausschliesslich im Lage- / Nachhaltigkeit-Bericht

Prüfpflicht

  • Keine Prüfpflicht (freiwillig)
  • Prüfpflicht
  • Sukzessive Steigerung von “Limited Assurance” zu “Reasonable Assurance”
Unterstützung durch die DFGE

Mit Weitblick auf die anspruchsvollen neuen Regelungen der EU CSR-Richtlinie, fokussieren wir uns als DFGE auf die wichtigsten Anforderungen, die Unternehmen zukünftig erfüllen müssen. Mit einem wissenschaftlichen Ansatz und effizienten Lösungen unterstützen wir Sie bei der Erreichung Ihrer Ziele. Neben der Berechnung des Corporate Carbon Footprint, bilden wir die Grundlage für CSRD mit einer umfassenden ESG-Strategie und zeigen Ihnen die Synergien mit anderen Standards wie dem GRI-Standard oder einer Risiko- und Chancenanalyse nach TCFD auf. Machen Sie Ihr Unternehmen schon jetzt CSRD-ready!

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