Wie ZF Friedrichshafen und die DFGE PCF-Kompetenzen entlang der Lieferkette aufbauen
Kunde: ZF Friedrichshafen AG
Kategorie: Automotive / Manufacturing
Die ZF Friedrichshafen AG ist ein weltweit führender Technologiekonzern und bietet umfassende Lösungen für die Mobilität der Zukunft. Mit einem breiten Produktportfolio, von Antriebs- und Fahrwerktechnologien bis hin zu aktiven und passiven Sicherheitssystemen, nimmt ZF eine Schlüsselrolle in der Automobilindustrie ein. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie, wobei die Reduktion von Umweltauswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette höchste Priorität genießt.
Um diese Ziele zu erreichen, ist ZF Mitglied von Catena-X, einem kollaborativen Netzwerk zur Verbesserung von Datentransparenz und Interoperabilität innerhalb der Lieferkette. In diesem Zusammenhang sind verlässliche Emissionsdaten sowie ein einheitlicher, standardisierter Ansatz zur Berechnung des Product Carbon Footprints (PCF)von entscheidender Bedeutung.
Im Rahmen der Catena-X-Initiative beauftragte ZF die DFGE – Institut für Energie-, Ökologie- und Ökonomie, Schulungen zur PCF-Berechnung für sämtliche Lieferanten durchzuführen. Diese Schulungen stellen einen wesentlichen Schritt dar, um belastbare Emissionsdaten aus einer globalen und äußerst heterogenen Produktionsmaterial-Lieferantenbasis zu gewinnen. Die Bereitstellung von PCF-Daten ist verpflichtend für jedes Angebot an ZF. Um eine möglichst breite Verfügbarkeit sicherzustellen, wurden die Schulungsunterlagen sowohl im ZF Supplier Board als auch auf der Nachhaltigkeitswebsite von ZF für die Lieferkette veröffentlicht. ZF entschied sich bewusst für die DFGE als Partner, da das Institut umfassende Expertise im Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement mit einer ausgeprägten Praxisorientierung und umsetzungsnahen Lösungen verbindet.
Herausforderungen
Von Komplexität zu Transparenz: Zentrale Herausforderungen bei der PCF-Implementierung
ZF führte PCF-Transparenz frühzeitig als verpflichtendes Kriterium im Beschaffungsprozess ein. Die Umsetzung einer standardisierten PCF-Berechnung über eine große und sehr vielfältige Lieferantenbasis hinweg stellte jedoch eine erhebliche Herausforderung dar. Viele Lieferanten verfügten zu Beginn über wenig oder gar keine Kenntnisse zu PCF-Anforderungen, Methodiken oder Berechnungsprinzipien.
Hinzu kommt, dass die Ermittlung eines Product Carbon Footprints ein komplexer Prozess ist, der ein fundiertes Verständnis von Emissionsquellen, Systemgrenzen und Datenverfügbarkeit voraussetzt. Die Erhebung präziser und belastbarer Emissionsdaten ist dabei essenziell, jedoch häufig schwierig, da Datenqualität und -verfügbarkeit innerhalb der Lieferkette stark variieren.
Darüber hinaus mussten die Lieferanten die PCF-Berechnung in bestehende Geschäftsprozesse und Angebotssysteme integrieren, was den Komplexitätsgrad zusätzlich erhöhte. Sämtliche Berechnungen mussten zudem den spezifischen Catena-X-Standards entsprechen, wie sie im Product Carbon Footprint Rulebook definiert sind.
Lösungen
Praxisnahe Befähigung durch gezielte Schulungskonzepte
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, entwickelte die DFGE ein pragmatisches und maßgeschneidertes Schulungsprogramm, das gezielt auf die Bedürfnisse der ZF-Lieferanten abgestimmt war. Komplexe methodische Anforderungen wurden in klar strukturierte Leitlinien übersetzt und durch praxisnahe Beispiele sowie schrittweise Anleitungen verständlich aufbereitet.
Zur Maximierung von Reichweite und Zugänglichkeit wurden sämtliche Schulungsinhalte in digitaler Form bereitgestellt. Über das ZF Supplier Board konnten Lieferanten jederzeit auf die relevanten Dokumente zugreifen und diese herunterladen.
Die Schulung umfasste detaillierte Leitfäden sowie anschauliche Fallbeispiele zur PCF-Berechnung, die es den Lieferanten ermöglichten, die Methodik direkt auf ihre eigenen Produkte anzuwenden. Ergänzend dazu bot die DFGE kontinuierliche Unterstützung und etablierte Feedback-Schleifen, über die offene Fragen geklärt und Herausforderungen zeitnah adressiert werden konnten.
Ergebnis
Messbarer Mehrwert und gestärkte Zusammenarbeit entlang der Lieferkette
Die von der DFGE durchgeführte Schulungsinitiative erwies sich als voller Erfolg für ZF und seine Lieferkette. Die Lieferanten entwickelten ein fundiertes Verständnis für die PCF-Berechnung sowie deren Bedeutung für nachhaltige Geschäftsmodelle. In der Folge waren sie in der Lage, konsistente und vergleichbare Emissionsdaten zu liefern, die direkt in ihre Angebote an ZF integriert werden konnten.
Über die methodischen Fortschritte hinaus stärkte die enge Zusammenarbeit zwischen ZF, der DFGE und den Lieferanten das gesamte Netzwerk und förderte ein gemeinsames Verständnis sowie ein kollektives Engagement für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele.
Diese Case Study zeigt eindrucksvoll, wie ZF durch gezielte Schulungsmaßnahmen und die enge Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Partner wie der DFGE seine Lieferanten erfolgreich befähigt hat, PCF-Berechnungen zu meistern und die Nachhaltigkeit entlang der gesamten Lieferkette voranzutreiben.
Olga Schick-Scheider
Head of Sustainability Supply Chain, ZF Group
„ZF hat PCF-Transparenz frühzeitig als verpflichtendes Beschaffungskriterium eingeführt und gemeinsam mit der DFGE eine effiziente Schulungslösung entwickelt. Diese Zusammenarbeit war entscheidend, um unsere Lieferanten in die Lage zu versetzen, die PCF-Anforderungen erfolgreich umzusetzen.„







