Vom Emissionsinventar über den gruppenweiten Klimafahrplan bis hin zur ESRS-konformen Wesentlichkeitsanalyse
Kunde: CERTANIA Holding GmbH
Kategorie: TIC-Services
CERTANIA ist eine internationale Gruppe führender, wissensbasierter Spezialdienstleister im Bereich Testing, Inspection and Certification (TIC). Mehr als 40 eigenständige Gesellschaften in 22 Ländern, über 65 Standorte und mehr als 2.200 Mitarbeitende bündeln ihre Expertise in den Bereichen Life Sciences, Food & Consumer Goods, Industrials, Buildings & Infrastructure sowie Certification & Compliance.
Die Vielfalt und dezentrale Struktur der Gruppe schaffen eine breite fachliche Basis, stellen das Nachhaltigkeitsmanagement jedoch vor besondere Anforderungen. Unterschiedliche Geschäftsmodelle, Standorte, Datenstrukturen und operative Verantwortlichkeiten müssen in einem konsistenten gruppenweiten Rahmen zusammengeführt werden.
Seit 2022 begleitet die DFGE CERTANIA in mehreren aufeinander aufbauenden Projekten. Im Mittelpunkt standen zunächst der Aufbau eines belastbaren Corporate Carbon Footprints und die Entwicklung eines Climate Action Plans. Darauf aufbauend unterstützte die DFGE CERTANIA bei der Durchführung einer ESRS-konformen doppelten Wesentlichkeitsanalyse und bei der Vorbereitung des CSRD-konformen Nachhaltigkeitsreportings. So entstand Schritt für Schritt ein integriertes Nachhaltigkeitsmanagement, das sowohl die zentrale Steuerung durch die Holding als auch die operative Eigenständigkeit der Gruppengesellschaften berücksichtigt.
- Corporate Carbon Footprint mit der DFGE
- Climate Transition Plan mit der DFGE
- Doppelte Wesentlichkeit mit der DFGE
Karsten Xander
CEO, CERTANIA Holding GmbH
„Für CERTANIA war entscheidend, Klimadaten und Nachhaltigkeitsthemen über die gesamte Gruppe hinweg strukturiert zu erfassen und in die strategische Steuerung zu überführen. Gemeinsam mit der DFGE konnten wir dafür eine belastbare Grundlage schaffen, die unseren unterschiedlichen Gesellschaften und Geschäftsfeldern gerecht wird.“
Herausforderungen
Transparenz in einer dynamischen Unternehmensgruppe schaffen
CERTANIA wächst kontinuierlich. Neue Gesellschaften kommen hinzu, die internationale Präsenz nimmt zu, wobei die operative Eigenständigkeit der einzelnen Unternehmen erhalten bleibt. Für das Klimamanagement bedeutet dies, dass Daten aus unterschiedlichen Strukturen, Ländern und Geschäftsbereichen zu einem konsolidierten und belastbaren Gesamtbild zusammengeführt werden müssen.
Der Ausgangspunkt im Jahr 2022 war daher eine klare Zielsetzung: CERTANIA benötigte eine fundierte Treibhausgasbilanz für die gesamte Gruppe. Sie sollte als Grundlage für das Investorenreporting, die Vorbereitung auf die CSRD-Berichtspflicht und den Aufbau einer glaubwürdigen Klimastrategie dienen. Entscheidend war dabei, kein einmaliges Reporting zu schaffen, sondern ein System, das jährlich fortgeschrieben und für die operative Steuerung genutzt werden kann.
Parallel erforderte der wachsende strategische Stellenwert von Nachhaltigkeit eine frühzeitige Ausrichtung des ESG-Reportings an den Anforderungen der CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) und der ESRS (European Sustainability Reporting Standards). Eine besondere Bedeutung kam dabei der doppelten Wesentlichkeitsanalyse zu. Sie musste die Perspektiven der verschiedenen Geschäftssegmente abbilden, relevante Stakeholder einbeziehen und zugleich eine belastbare Grundlage für die spätere Berichterstattung schaffen.
Lösungen
Corporate Carbon Footprint als belastbare Datengrundlage
Gemeinsam mit der CERTANIA Holding und den Gruppengesellschaften entwickelte die DFGE ein gruppenweites System zur Erfassung und Konsolidierung der Treibhausgasemissionen.
In einem ersten Schritt wurden die direkten Emissionen sowie die energiebezogenen indirekten Emissionen der Scopes 1 und 2 erfasst. Ab 2023 wurde die Bilanzierung schrittweise auf die gesamte Wertschöpfungskette und damit auf Scope 3 ausgeweitet. Das Ergebnis ist ein vollständiges und GHG-Protokoll-konformes Emissionsinventar, das jährlich fortgeschrieben werden kann.
Neben der Berechnung der Emissionen lag ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Schaffung einheitlicher Prozesse und Verantwortlichkeiten. Damit wurde eine Datenbasis geschaffen, die nicht nur die Anforderungen des Reportings erfüllt, sondern auch für die Entwicklung und Priorisierung von Klimaschutzmaßnahmen genutzt werden kann.
Climate Action Plan mit gruppenweiten Steuerungsansätzen
Auf Grundlage des Corporate Carbon Footprints entwickelte die DFGE gemeinsam mit CERTANIA einen strukturierten Climate Action Plan. Eine systematische Hotspot-Analyse identifizierte die wesentlichen Emissionskategorien und bewertete deren Beeinflussbarkeit.
Für die priorisierten Bereiche wurden konkrete Dekarbonisierungsoptionen erarbeitet und hinsichtlich ihrer erwarteten Wirkung, ihrer Kosten und ihrer regulatorischen Relevanz eingeordnet. Dabei betrachtete die DFGE nicht nur die Situation einzelner Gesellschaften, sondern entwickelte auch Steuerungsansätze für die CERTANIA Holding.
So entstand ein gemeinsamer Rahmen, der dezentrale Verantwortung mit einer koordinierten Klimasteuerung verbindet. Die einzelnen Gesellschaften bleiben operativ handlungsfähig, während die Holding Klimaziele, Maßnahmen und Fortschritte gruppenweit strukturieren und begleiten kann.
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse im ESRS-Kontext
Im nächsten Schritt unterstützte die DFGE CERTANIA bei der Durchführung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Der Prozess wurde von Beginn an auf die Anforderungen einer belastbaren und prüfungssicheren CSRD-Berichterstattung ausgerichtet.
In gezielt besetzten Workshops brachten Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Bereiche ihre fachlichen Perspektiven ein. Gemeinsam wurden potenzielle Nachhaltigkeitsthemen sowohl im Hinblick auf die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft als auch hinsichtlich finanzieller Risiken und Chancen bewertet. Dadurch konnte die Relevanz der einzelnen Themen für das Geschäftsmodell und die Unternehmensgruppe differenziert eingeordnet werden.
Regelmäßige Jour Fixes dienten dazu, den Projektfortschritt abzustimmen und neue regulatorische Entwicklungen sowie veränderte Stakeholdererwartungen laufend zu berücksichtigen. Die auf CERTANIA zugeschnittene Stakeholderintegration stellte sicher, dass die Wesentlichkeitsanalyse den spezifischen Kontext der Gruppe und ihrer Geschäftsfelder abbildet.
Ergebnis
Ein integriertes Fundament für Klima- und ESG-Management
CERTANIA verfügt heute über ein vollständiges, jährlich fortschreibbares Emissionsinventar für die Scopes 1 bis 3. Darauf aufbauend liegt ein Climate Action Plan mit priorisierten Maßnahmen über die relevanten Emissionsbereiche vor.
Das Klimamanagement ist so strukturiert, dass es der Komplexität und Dynamik einer international wachsenden Unternehmensgruppe gerecht wird. Die Holding kann zentrale Leitlinien und Maßnahmen koordinieren, während die eigenständigen Gesellschaften ihre Verantwortung in den jeweiligen operativen Bereichen wahrnehmen.
Der Climate Action Plan bildet zugleich das operative Fundament für den strategischen Climate Transition Plan. Darüber hinaus schafft das Emissionsinventar die Voraussetzungen für die Entwicklung künftiger Science-Based Targets und für die weitere Ausrichtung der Klimaberichterstattung an den Anforderungen des ESRS E1.
Mit der dokumentierten doppelten Wesentlichkeitsanalyse verfügt CERTANIA außerdem über eine fundierte Wesentlichkeitsmatrix. Sie bildet die für die Gruppe relevanten Nachhaltigkeitsthemen geschäftsnah und ESRS-konform ab und schafft die Grundlage für die Auswahl relevanter Kennzahlen, die Strukturierung des Nachhaltigkeitsberichts und die prüfungskonforme Prozessdokumentation.
Damit dient die Wesentlichkeitsanalyse nicht nur der Erfüllung regulatorischer Anforderungen. Sie fungiert zugleich als strategischer Steuerungskompass: CERTANIA kann Nachhaltigkeitsthemen priorisieren, Verantwortlichkeiten ableiten und die Ergebnisse in die weitere Unternehmenssteuerung integrieren.
Karsten Xander
CEO, CERTANIA Holding GmbH
„Klimamanagement über eine internationale Gruppe mit vielen eigenständigen Gesellschaften hinweg zu koordinieren ist keine triviale Aufgabe. Die DFGE hat ein auf uns zugeschnittenes, passgenaues System geliefert, auf dessen Grundlage wir unser Klimamanagement praxisnah betreiben und steuern können.“







