Die Bedeutung von Biodiversität für Unternehmen rückt zunehmend auch in den Fokus internationaler Management-Standards. Mit der bevorstehenden Veröffentlichung der überarbeiteten Version der ISO 14001 und der kürzlich veröffentlichten ISO 17298 stehen Unternehmen vor neuen Möglichkeiten im Umgang mit biologischer Vielfalt. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Entwicklungen und zeigt auf, was Unternehmen jetzt wissen müssen.
Die ISO 14001 als Fundament des Umweltmanagements
Die ISO 14001 ist seit Jahren der international etablierte Standard für Umweltmanagementsysteme. Sie bietet Unternehmen einen strukturierten Rahmen, um ihre Umweltleistung systematisch zu verbessern. Das Herzstück der Norm bildet der PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act): Unternehmen planen ihre Umweltziele, setzen entsprechende Maßnahmen um, kontrollieren deren Wirksamkeit und arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen.
Die aktuelle Version ISO 14001:2015 hat bereits wichtige Grundlagen gelegt, doch die Normenlandschaft und auch die Ausgangslage hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert. Die Dringlichkeit von Nachhaltigkeitsthemen ist exponentiell gestiegen, Berichterstattungspflichten haben sich verschärft, und gesellschaftliche Erwartungen an unternehmerische Verantwortung sind gewachsen. Diese Entwicklungen spiegeln sich nun in der geplanten Überarbeitung wider, die voraussichtlich im April 2026 als ISO 14001:2026 veröffentlicht wird.
Biodiversität in der aktuellen ISO 14001:2015
Schon heute wird Biodiversität in der ISO 14001:2015 adressiert. Der Standard erkennt den Verlust biologischer Vielfalt als wichtigen Faktor an, der sowohl gesellschaftliche Erwartungen prägt als auch erheblichen Druck auf die Umwelt ausübt. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie – abhängig von ihrem spezifischen Kontext – Biodiversitätsaspekte in ihre Umweltpolitik integrieren sollten.
Die zentrale Frage für jedes Unternehmen lautet dabei: Wie beeinflusst Biodiversität unsere Geschäftstätigkeit, und welche Auswirkungen haben unsere Aktivitäten auf die biologische Vielfalt? Diese Betrachtung ist entscheidend für ein umfassendes Verständnis der eigenen Rolle im Ökosystem.
Die Neuerungen mit ISO 14001:2026
Mit der für 2026 geplanten Aktualisierung wird Biodiversität von einem wichtigen zu einem zentralen Thema. Nach aktuellem Kenntnisstand wird der Schutz biologischer Vielfalt als globale Priorität eingestuft. Dies hat weitreichende Konsequenzen für Unternehmen: So wird wohl erwartet, dass Umweltpolitiken explizite Verpflichtungen zum Schutz der Biodiversität und natürlicher Ressourcen enthalten. Dies geht über allgemeine Umweltschutzbekenntnisse hinaus und fordert konkrete Verpflichtungserklärungen. Außerdem soll der Biodiversitätsverlust umfassend in die Bewertung von Unternehmensaktivitäten einfließen. Dies bedeutet, dass Unternehmen ihre Prozesse, Produkte und Dienstleistungen systematisch auf deren Einfluss auf die biologische Vielfalt untersuchen müssen.
ISO 17298: Der Biodiversitäts-Standard
Eine wichtigere Rolle von Biodiversität in der ISO 14001 ist noch nicht alles. So wurde jüngst im Herbst 2025 mit der ISO 17298ein eigenständiger Standard veröffentlicht, der sich ausschließlich mit Biodiversität in der Unternehmensstrategie und Unternehmensaktivitäten beschäftigt. Dieser neue Standard markiert einen Paradigmenwechsel: Biodiversität wird nicht mehr als Nebenaspekt verschiedener umweltbezogener Normen behandelt, sondern erhält einen eigenen, detaillierten Rahmen. Die ISO 17298 ist damit die Grundlage für allgemeinere Nachhaltigkeitsstandards wie die ISO 14001 oder auch die ISO 26000 (Leitlinie für soziale Verantwortung).
Die ISO 17298 konzentriert sich auf drei Kernbereiche:
- Verstehen von Abhängigkeiten: Unternehmen müssen analysieren, inwieweit ihre Geschäftstätigkeit von intakten Ökosystemen und biologischer Vielfalt abhängt. Dies betrifft beispielsweise Rohstoffversorgung, Wasserqualität oder Bestäubungsleistungen.
- Bewertung von Auswirkungen: Gleichzeitig müssen die Einflüsse der eigenen Aktivitäten auf die Natur systematisch erfasst und bewertet werden. Dies umfasst direkte Eingriffe ebenso wie indirekte Effekte entlang der Wertschöpfungskette.
- Strategische Integration: Basierend auf diesem Verständnis sollen Unternehmen Entscheidungen treffen und Maßnahmen und Strategien entwickeln, die negative Einflüsse minimieren und positive Beiträge maximieren.
Von Risiken zu Chancen
Die weitere Integration von Biodiversität in den ISO-Standards ist keine überraschende Entwicklung. Vor allem spiegelt sie die wachsende Erkenntnis wider, dass wirtschaftlicher Erfolg und biologische Vielfalt untrennbar miteinander verbunden sind. Unternehmen, die diese Zusammenhänge verstehen und proaktiv handeln, werden nicht nur regulatorische Anforderungen erfüllen, sondern auch neue Chancen für nachhaltiges Wachstum erschließen. Längst geht es nicht mehr um die Frage, ob das Thema Biodiversität für Unternehmen relevant ist. Entscheidend ist, wie schnell Sie es schaffen das Biodiversitätsthema im Unternehmen zu integrieren.
Unterstützung durch die DFGE
Die DFGE – Institute for Energy, Ecology and Economy unterstützt Unternehmen dabei, Biodiversität systematisch in ihre Managementsysteme zu integrieren. Ob bei der Umsetzung der ISO 14001:2026 oder der Einführung der neuen ISO 17298 – unsere Experten begleiten Sie praxisnah bei der Analyse Ihrer Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, der Bewertung von Risiken und Chancen sowie der Entwicklung nachhaltiger Strategien. Mit maßgeschneiderten Schulungen, Audits und Beratungslösungen sorgen wir dafür, dass Unternehmen nicht nur Normanforderungen erfüllen, sondern Biodiversität aktiv als Chance für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit nutzen können.
Kontakt:
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Biodiversität beeinflusst sowohl die Ressourcensicherheit als auch regulatorische Anforderungen. Unternehmen, die ihre Auswirkungen auf natürliche Ökosysteme verstehen und reduzieren, steigern ihre Nachhaltigkeit, minimieren Risiken und eröffnen neue Marktchancen.
Die kommende Version legt Biodiversität als zentrales Thema fest. Unternehmen sollen explizite Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt in ihre Umweltpolitik integrieren und systematisch die Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf die Natur bewerten.
Die ISO 17298 ist ein eigenständiger Standard für Biodiversität im Unternehmenskontext. Sie fokussiert auf Abhängigkeiten von Ökosystemen, die Bewertung von Auswirkungen und die strategische Integration von Biodiversität in Geschäftsentscheidungen.
Die DFGE bietet praxisnahe Beratung, Audits und Schulungen zu ISO 14001:2026 und ISO 17298. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu helfen, Biodiversität in Managementsysteme zu integrieren, Risiken zu minimieren und Chancen für nachhaltiges Wachstum zu nutzen.
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Die ISO 14001:2026 wird voraussichtlich im April 2026 veröffentlicht. Unternehmen sollten frühzeitig prüfen, welche Anpassungen notwendig sind, um rechtzeitig compliant zu sein und Wettbewerbsvorteile zu sichern.








