Erkenntnisse aus der ESRS Cost-Benefit-Analyse und was sie für Unternehmen bedeuten
Einordnung: Was die ESRS Cost-Benefit-Analyse zeigt
Mit der Einführung der CSRD wird Nachhaltigkeitsberichterstattung erstmals zu einem verpflichtenden und prüfungspflichtigen Bestandteil der Unternehmensberichterstattung. Die begleitende Cost-Benefit-Analyse zur Überarbeitung der ESRS liefert dazu erstmals eine belastbare quantitative Grundlage (EFRAG Cost-Benefit-Analyse, 2025).
Dabei ist eine Einordnung entscheidend:
Die folgenden Kosten basieren auf der ursprünglichen ESRS-Logik (ESRS 2023) und dienen als Ausgangspunkt für die Cost-Benefit-Analyse der aktuellen Vereinfachungen
| Jährliche Gesamtkosten pro Unternehmen: ca. 150.000 € bis 180.000 € | ||
| Kleine Unternehmen | Große Unternehmen | |
| Implementierungskosten im ersten Jahr: | ca. 244.000 € | bis zu 1,3 Mio. € |
| Laufende Kosten | ca. 145.000 € | bis zu 807.000 |
* Die in der Analyse verwendeten Kategorien ‚kleine‘ und ‚große‘ Unternehmen basieren nicht auf regulatorischen Schwellenwerten, sondern auf typisierten Unternehmensprofilen mit unterschiedlicher organisatorischer Komplexität und ESG-Reife
Hervorzuheben ist dabei, dass rund 60 % der initialen Kosten dauerhaft bestehen bleiben.
Nachhaltigkeitsberichterstattung ist damit kein einmaliges Projekt, sondern ein struktureller Kostenblock.
Die Überarbeitung der ESRS (Stichwort „Omnibus I“) setzt genau hier an und reduziert insbesondere den Umfang der Anforderungen – etwa durch eine Verringerung der Datenpunkte um mehr als 50 % (vgl. ESRS Exposure Draft, EFRAG 2025), was laut Cost-Benefit-Analyse zu Kosteneinsparungen von rund 30–50 % führen soll.
Gleichzeitig zeigen sowohl die Struktur der ESRS als auch die Anforderungen aus der Prüfung, dass sich der Aufwand nicht einfach proportional reduziert. Vielmehr verschiebt er sich zunehmend in Richtung:
- Dokumentation, Nachvollziehbarkeit
- Logische Konsistenz und methodische Herleitung
- Integration in Steuerungsprozesse
Zentrale Erkenntnisse der Cost-Benefit-Analyse
Reporting bleibt ein struktureller Kostenblock – auch nach der Vereinfachung
Die Ausgangsanalyse zeigt ein hohes Kostenniveau – mit jährlichen Aufwänden von bis zu 180.000 € sowie Implementierungskosten im ersten Jahr von über 1 Mio. €.
Gleichzeitig wird deutlich, dass sich diese Kosten nur begrenzt durch die Reduktion von Anforderungen beeinflussen lassen. Zwar führt die Verringerung der Datenpunkte um mehr als 50 % zu Einsparungen von rund 30–50 %, der Großteil der Kosten bleibt jedoch bestehen.
Der Grund dafür liegt in der Struktur der Kosten:
- Aufbau und Betrieb von Prozessen
- Etablierung von Governance-Strukturen
- Sicherstellung konsistenter, in sich logischer Daten
- Vorbereitung auf Prüfung
Diese Elemente sind unabhängig vom Umfang der Datenpunkte erforderlich.
Zusätzlich zeigt sich, dass viele dieser Kosten bereits vor der eigentlichen Berichterstattung entstehen und langfristig bestehen bleiben. Insbesondere organisatorische und prozessuale Anpassungen lassen sich nicht kurzfristig reduzieren. Auch mit vereinfachten Anforderungen bleibt daher ein stabiler „Kostenkern“ bestehen.
Das bedeutet: Die Kosten von Reporting sind auch strukturell verankert und somit nicht proportional zum Umfang der Anforderungen zu sehen.
Der größte Aufwand liegt in Verständnis und methodischer Umsetzung
Die Analyse zeigt, wo Unternehmen den größten Aufwand sehen:
- 68 % → Verständnis und Interpretation der Anforderungen
- 53 % → Daten in der Wertschöpfungskette
- 44 % → Wesenlichkeitsanalyse
- 38 % → Vorbereitung auf Assurance
Somit entsteht der zentrale Aufwand nicht durch Datenerhebung, sondern durch die Interpretation der Anforderungen, die methodische Ableitung und durch die strukturierte Entscheidungsfindung.
Diese Aufgaben erfordern ein tieferes Verständnis der Regulatorik sowie eine enge Abstimmung zwischen verschiedenen Fachbereichen. Häufig entstehen hier iterative Prozesse, die Zeit und Ressourcen binden. Zudem sind viele Fragestellungen nicht eindeutig standardisiert, was zusätzlichen Interpretationsaufwand erzeugt (vgl. EFRAG Implementation Guidance IG 1–3).
Das unterstreicht auch noch einmal: Reporting ist damit weniger ein inhaltliches Thema, sondern vor allem ein methodisches und organisatorisches Thema.
Die meisten Kosten entstehen vor der eigentlichen Berichterstattung
Die Kostenverteilung zeigt eine klare Schwerpunktsetzung: der Großteil der Kosten in vorgelagerten Aktivitäten – nicht im eigentlichen Reporting:
- 20 % → Double Materiality
- 20 % → Erstellung des Reports
- 15 % → Aufbau von Prozessen
- 15 % → Datenmanagement
Diese vorgelagerten Schritte sind notwendig, um überhaupt belastbare Inhalte generieren zu können. Ohne klare Struktur, Methodik und Datenbasis lässt sich kein logisch konsistenter Bericht erstellen. Entsprechend verschiebt sich der Fokus von der „Berichtserstellung“ hin zum Aufbau eines funktionierenden Systems.
Wichtig ist zu verstehen: Der Bericht ist Ergebnis eines Systems – nicht dessen Hauptkostentreiber.
Assurance verändert die Kostenlogik grundlegend
Die Analyse zeigt jährliche Assurance-Kosten von etwa 56.000 € bis 84.000 €, was bis zu über 40 % der Gesamtkostenausmachen kann.
Damit wird eindeutig, dass Prüfung ein zentraler Bestandteil der Kostenstruktur ist. Mit zunehmender Bedeutung von Prüfanforderungen verschiebt sich der Fokus: von der reinen Datenerhebung hin zur nachvollziehbaren Herleitung von Inhalten.
Das umfasst insbesondere:
- Nachvollziehbarkeit und Dokumentation von Prozessen
- Logische Konsistenz und Methodik
- Integration der wesentlichen Themen in Unternehmensprozesse
Diese Anforderungen ergeben sich sowohl aus Prüfstandards (insbesondere ISSA 5000) als auch aus der Struktur der ESRS (vgl. ESRS Exposure Draft, EFRAG 2025).
Damit wird deutlich, dass nicht nur die Inhalte selbst, sondern vor allem deren Entstehung überprüfbar sein müssen. Unternehmen müssen daher Prozesse etablieren, die über mehrere Jahre hinweg konsistent funktionieren. Dies führt zu einem zusätzlichen, dauerhaft relevanten Aufwand.
Das bedeutet: Prüfbarkeit bleibt damit ein eigener Kostentreiber
Der Nutzen entsteht erst durch Nutzung – nicht durch Reporting alleine
Die Analyse zeigt positive Effekte insbesondere bei Zugang zu Finanzierung, Finanzierungskosten, oder Anforderungen in der Wertschöpfungskette
Gleichzeitig wird deutlich, dass diese Effekte nicht automatisch entstehen. Aktuelle Studien (z. B. Deloitte CSRD Benchmark 2025; EY CSRD Barometer 2025) zeigen, dass viele Unternehmen weiterhin Herausforderungen haben – insbesondere bei:
- Governance-Strukturen
- Datenqualität
- Integration in bestehende Prozesse
Damit wird klar: Der Nutzen von Reporting entsteht nicht durch die Offenlegung selbst, sondern durch die Qualität und Nutzung der zugrunde liegenden Informationen. Über die reine Kommunikation nach außen hinaus entfaltet Reporting seinen Mehrwert erst dann, wenn es in Steuerungs- und Entscheidungsprozesse integriert wird.
Unternehmen, die Reporting isoliert betrachten, realisieren diesen Nutzen häufig nicht.
Erst durch die Verknüpfung mit Strategie und operativer Steuerung entsteht ein tatsächlicher Mehrwert – insbesondere dann, wenn die ESRS als Steuerungssystem verstanden werden.
Implikationen für Unternehmen: Was bedeutet das konkret?
CSRD-pflichtige Unternehmen: Struktur entscheidet über Kosten
Die Analyse zeigt ein klares Bild der Kostenstruktur – für die Umsetzung bedeutet das vor allem eines:
Der entscheidende Hebel liegt nicht im Umfang der Anforderungen, sondern im Aufbau eines funktionierenden „Systems“ – ohne den Anspruch, dieses direkt im ersten Jahr etabliert zu haben.
Unternehmen sollten frühzeitig Strukturen schaffen, die über mehrere Jahre tragfähig sind. Ein Bericht im Jahr 2028 basiert auf Daten aus 2027 – diese wiederum auf Prozessen, die idealerweise bereits vorher stabil etabliert wurden.
In der Praxis zeigt sich dabei ein wiederkehrendes Muster, das sich unter anderem an folgenden Themen manifestiert:
- Daten werden mehrfach erhoben, weil keine konsistente Struktur existiert
- Methodische Entscheidungen (z. B. zur Wesentlichkeit) werden nicht sauber dokumentiert
- Anforderungen der Prüfung führen zu nachträglichem Mehraufwand
Diese Effekte treiben die Kosten – nicht die Anzahl der Datenpunkte.
Gleichzeitig wird mit zunehmender Prüfungspflicht dabei entscheidend, dass Unternehmen ihre Inhalte nicht nur berichten, sondern belastbar herleiten können. Daraus ergeben sich drei konkrete Anforderungen an die Umsetzung für CSRD-pflichtige Unternehmen:
1. Nachvollziehbarkeit und Dokumentation sicherstellen
Unternehmen müssen in der Lage sein, zentrale Entscheidungen transparent zu dokumentieren – insbesondere:
- Durchführung und Ergebnis der doppelten Wesentlichkeitsanalyse
- Begründung für als wesentlich identifizierte Themen
- Ableitung von Kennzahlen, Maßnahmen und Zielen
Fehlt diese Dokumentation, entsteht der Aufwand häufig nachgelagert – insbesondere im Rahmen der Prüfung.
2. Logische Konsistenz über alle Inhalte herstellen
ESRS-konformes Reporting erfordert eine durchgängige inhaltliche Logik. Eine mögliche zielführende Logik wäre:
Thema → Risiko/Auswirkung → Policy → Maßnahme → KPI → Ziel
In der Umsetzung bedeutet das, dass Inhalte nicht isoliert erstellt werden können. Inkonsistenzen führen hier regelmäßig zu Nacharbeit – sowohl intern als auch im Austausch mit Prüfern.
3. Integration in bestehende Unternehmensprozesse sicherstellen
Der Prüfungsstandard und die Prüfpraxis möchte, dass Nachhaltigkeitsinformationen organisatorisch verankert sind. Das bedeutet unter anderem:
- klare Verantwortlichkeiten in den Fachbereichen und auf Managementebene
- Darstellen der Beziehung zwischen Nachhaltigkeitsinformationen und vorhandenen Steuerungs- und Managementprozessen
- Anschlussfähigkeit an bestehende Daten- und Kontrollsysteme
Ohne diese „Integration“ entstehen nicht nur wesentliche Lücken in der Prüfbarkeit des Berichts, sondern auch parallele Strukturen, die langfristig ineffizient sind und teuer sind
Diese drei Dimensionen definieren die Prüffähigkeit des Reportings und entsprechen auch den zentralen Prinzipien aktueller Prüfstandards (vgl. ISSA 5000). Sie bestehen unabhängig vom Umfang der Anforderungen und werden durch die Prüfung weiter verstärkt.
In der Umsetzung zeigt sich: Kosten entstehen vor allem dann, wenn diese Struktur fehlt – und steigen mit jeder nachträglichen Korrektur.
Der größte Hebel zur Kostenkontrolle liegt daher in frühzeitiger methodischer Klarheit, klar definierten Prozessen, konsistentem Datenmanagement und einer prüffähigen Dokumentation
Unternehmen ohne Berichtspflicht: Reporting oder Steuerung?
Für nicht berichtspflichtige Unternehmen verschiebt sich die Perspektive, denn nicht die regulatorische Pflicht steht im Vordergrund, sondern die Frage nach Aufwand und Nutzen.
Die Cost-Benefit-Analyse zeigt dabei eine zentrale Logik: Ein Großteil der Kosten entsteht durch Struktur, Methodik und Organisation – nicht durch die Anzahl der Datenpunkte.
Daraus ergibt sich eine strategische Logik: Reporting nicht nur als Output verstehen, sondern als Grundlage für ein Steuerungssystem.
ESG als Steuerungslogik
Aus dem richtigen Blickwinkel betrachte folgen die ESRS im Kern einer etablierten Steuerungslogik, die viele Unternehmen bereits aus Managementsystemen kennen. Die Steuerungsanforderungen sind dabei im Kern in ESRS 2 gebündelt – die Themenstandards ergänzen diese Logik inhaltlich (vgl. ESRS Exposure Draft, EFRAG 2025).
Ausgangspunkt ist die Wesentlichkeitsanalyse (IROs), auf deren Basis die inhaltliche Steuerung aufgebaut wird. Darauf aufbauend werden: Policies definiert, die den Rahmen und die Steuerungsprinzipien festlegen, Actions abgeleitet, die die operative Umsetzung beschreiben und Targets gesetzt, die das Ambitionsniveau konkretisieren. Diese sogenannte PAT-Logik operationalisiert Strategie und macht sie umsetzbar.
Im nächsten Schritt wird Steuerung möglich: Metrics machen Fortschritt messbar und bewertbar und Governance stellt sicher, dass Verantwortlichkeiten, Prozesse und Kontrolle funktionieren.
Damit entsteht ein geschlossener Steuerungskreislauf. Auch die ESRS kann man entlang der Logik von Plan – Do – Check – Act (PDCA) betrachten, in der Strategie, Umsetzung und Monitoring miteinander verknüpft sind.
Aus Cost-Benefit-Sicht ist genau das entscheidend:
Die ESRS beschreiben nicht nur, was berichtet werden soll – sondern implizit, wie ein funktionierendes ESG-Steuerungssystem aufgebaut ist.
In der praktischen Umsetzung zeigen sich zwei Ansätze mit unterschiedlicher Kostenlogik:
| Reporting-getriebener Ansatz | Steuerungsorientierter Ansatz |
| Fokus auf Datenerhebung und Bericht | Fokus auf Struktur und Logik |
| hoher Abstimmungsaufwand | gezielter Aufbau von Prozessen und Verantwortlichkeiten |
| begrenzte interne Nutzung | Nutzung der Daten für Entscheidungen |
Der Aufwand entsteht in beiden Fällen – der Unterschied liegt darin, ob daraus ein System entsteht.
Auch ohne Berichtspflicht bleibt der Aufwand für ESG-Themen bestehen – etwa durch Anforderungen aus der Lieferkette oder steigende Erwartungen von Stakeholdern.
Die eigentliche Entscheidung lautet daher: Nutze ich Reporting als einmaligen Aufwand –
oder als Grundlage für ein dauerhaft nutzbares Steuerungssystem?
Fazit
Die Cost-Benefit-Analyse der ESRS zeigt ein klares Bild: Nachhaltigkeitsberichterstattung verursacht substanzielle Kosten – und bleibt auch nach der Vereinfachung ein struktureller Aufwand.
Gleichzeitig wird deutlich, dass sich diese Kosten nicht primär über den Umfang der Anforderungen steuern lassen. Sie entstehen vor allem durch Methodik, Prozesse, Datenkonsistenz und Prüfbarkeit.
Damit verschiebt sich die Perspektive. Weniger Datenpunkte reduzieren den Umfang – die Anforderungen verlagern sich jedoch in Richtung Qualität, Nachvollziehbarkeit und Integration.
Für Unternehmen ergibt sich daraus eine zentrale Entscheidung: Reporting kann als isolierter Kostenblock verstanden werden – oder als Grundlage für ein integriertes Steuerungssystem.
Langfristig entscheidet genau diese Einordnung darüber, ob die Kosten von Reporting dauerhaft bestehen bleiben – oder in Effizienz und Steuerungsfähigkeit überführt werden.
Sie brauchen Unterstützung?
Die DFGE begleitet Unternehmen entlang des gesamten CSRD-Umsetzungsprozesses – von der strukturierten Wesentlichkeitsanalyse bis zur prüffähigen Berichterstattung. Dabei unterstützen wir nicht nur bei der Ableitung relevanter Inhalte, sondern insbesondere beim Aufbau einer konsistenten ESG-Steuerungslogik entlang der ESRS. Im Fokus steht die Entwicklung belastbarer Prozesse, klarer Verantwortlichkeiten und einer nachvollziehbaren Dokumentation als Grundlage für Prüffähigkeit. Je nach Ausgangssituation können Unternehmen dabei gezielt einzelne Bausteine adressieren oder den gesamten Prozess strukturiert aufsetzen.
Mehr Informationen finden Sie unter www.dfge.de oder kontaktieren Sie uns direkt per E-Mail: / Telefon: 08192-99733-20.
Quellen
- EFRAG (2025): Cost-Benefit Analysis – ESRS Revision (Exposure Draft)
- IAASB (2024): ISSA 5000 – General Requirements for Sustainability Assurance Engagements
- EFRAG (2025): ESRS Revised Exposure Draft (Set 1)
- EFRAG (2024): ESRS Implementation Guidance (IG 1–3)
- Deloitte (2025): CSRD Benchmark Study
- EY (2025): CSRD Barometer
FAQs
Die Cost-Benefit-Analyse der ESRS zeigt, dass die jährlichen Kosten für Nachhaltigkeitsberichterstattung bei etwa 150.000 € bis 180.000 € liegen.
Die einmaligen Implementierungskosten können – je nach Unternehmensgröße – zwischen ca. 244.000 € und über 1 Mio. € betragen.
Wichtig ist dabei: Ein Großteil dieser Kosten bleibt dauerhaft bestehen, da sie auf strukturellen Anforderungen wie Prozessen, Governance und Datenmanagement basieren.
Die Reduktion der Datenpunkte um mehr als 50 % führt laut EFRAG zu Einsparungen von etwa 30–50 %. Allerdings zeigt die Analyse auch, dass sich die Kosten nicht proportional reduzieren.
Der Grund: Ein wesentlicher Teil des Aufwands entsteht unabhängig vom Umfang – etwa durch Methodik, Dokumentation, Datenkonsistenz und Prüfung.
Die größten Kosten entstehen nicht beim Schreiben des Berichts, sondern in vorgelagerten Aktivitäten:
- Double Materiality Assessment (ca. 20 %)
- Aufbau von Prozessen ( ca. 15 %)
- Datenmanagement (ca. 15 %)
Zusätzlich entstehen erhebliche Aufwände durch Interpretation der Anforderungen (68 %) und Daten in der Wertschöpfungskette (53 %). Der Bericht selbst ist daher nicht der Hauptkostentreiber – sondern das System dahinter.
Die Prüfung ist ein zentraler Kostentreiber im CSRD-Kontext. Die jährlichen Kosten für Assurance liegen bei etwa 56.000 € bis 84.000 € und können bis zu über 40 % der Gesamtkosten ausmachen.
Entscheidend ist dabei: Geprüft werden nicht nur Daten, sondern auch deren Nachvollziehbarkeit, Konsistenz und Herleitung.
Die Komplexität entsteht weniger durch die Anzahl der Datenpunkte, sondern durch die Anforderungen an:
- methodische Herleitung
- logische Konsistenz
- Dokumentation und Audit Trail
- Integration in Unternehmensprozesse
Diese Anforderungen ergeben sich sowohl aus den ESRS als auch aus Prüfstandards wie ISSA 5000.
Der Nutzen entsteht nicht automatisch durch das Reporting selbst, sondern durch dessen Nutzung. Positive Effekte zeigen sich insbesondere bei:
- Zugang zu Finanzierung
- Anforderungen in der Lieferkette
- strategischer Steuerung von Risiken und Chancen
Der Mehrwert entsteht vor allem dann, wenn Reporting in Entscheidungsprozesse integriert wird.
Auch ohne gesetzliche Pflicht bleibt ESG für viele Unternehmen relevant – etwa durch Anforderungen von Kunden oder Investoren.
Die ESRS können dabei als strukturierter Rahmen genutzt werden, um:
- wesentliche Themen zu identifizieren
- Maßnahmen abzuleiten
- Fortschritt messbar zu machen
Der Aufwand entsteht dabei ebenfalls – die Frage ist, ob daraus ein Steuerungssystem entsteht.
Der größte Hebel liegt nicht in der Reduktion von Anforderungen, sondern im Aufbau einer klaren Struktur:
- saubere Methodik (z. B. Wesentlichkeitsanalyse)
- konsistente Datenprozesse
- klare Verantwortlichkeiten
- prüffähige Dokumentation
Unternehmen, die früh strukturieren, vermeiden langfristig hohe Zusatzkosten.








