SBTi Automotive Sector Net-Zero Standard: Jetzt handeln – Konsultation läuft noch bis 22. März 2026
Für Automobilhersteller und Zulieferer tickt die Uhr: Die zweite öffentliche Konsultation zum SBTi Automotive Sector Net‑Zero Standard läuft nur noch bis zum 22. März 2026. Wer die Dekarbonisierung der eigenen Lieferkette aktiv mitgestalten will, muss sich jetzt einbringen.
Der Zeitplan
Das Automotive‑Projekt der SBTi läuft seit 2024, die erste Konsultationsrunde fand 2025 statt, die aktuelle Fassung ist Version 0.1 (Second Public Consultation Draft). Direkt im Anschluss an die Konsultation bis 22.03.2026 wertet SBTi das Feedback aus und testet den Standard parallel in Pilotunternehmen. Danach geht der finale Standard an Technical Council und Board of Trustees; mit der Veröffentlichung startet eine sechsmonatige Übergangsfrist. In dieser Phase können OEMs, die ihre Klimaziele bei der SBTi einreichen möchten, noch zwischen der bisherigen Land Transport Guidance und dem neuen Automotive‑Standard wählen – anschließend wird SBTi Automotive verbindlich.
Für Entscheider heißt das: Bis Ende März 2026 haben Sie die letzte Gelegenheit, Anforderungen, Definitionen und Praxisnähe aktiv zu beeinflussen. Frühzeitige Auseinandersetzung erleichtert zudem die spätere Implementierung, weil interne Lücken in Daten, Prozessen und Governance rechtzeitig sichtbar werden.
Inhaltlicher Rahmen: Von Net-Zero-Vision zu harten Kriterien
Der SBTi Automotive Sector Net‑Zero Standard übersetzt die Net‑Zero‑Logik der SBTi konkret auf die Automobilindustrie. Er folgt der bekannten Struktur des Corporate Net‑Zero Standards (Ambition, Basisjahr, Zielsetzung, Umsetzung, Monitoring, Claims) und ergänzt diese um sektorspezifische Kriterien. Im Zentrum stehen Scope‑3‑Emissionen aus der Nutzungsphase (Kategorie 11), die auf Well‑to‑Wheel‑Basis erfasst und in wissenschaftsbasierte Zielpfade überführt werden müssen. Ebenfalls entscheidend sind Zielpfade für den Anteil von Zero‑Emission‑Fahrzeugen im Verkauf, regionale Emissionspfade und detaillierte Methodiken für Fahrzeug- und Energiedaten.
Der Standard ist in der Landschaft bestehender Rahmenwerke verankert: Paris Agreement (1,5‑Grad‑Pfad), GHG Protocol (insbesondere Corporate Value Chain / Scope 3) sowie die bestehenden SBTi‑Standards für Unternehmen und Finanzinstitute. Für typische OEM‑Finanzdienstleistungen (Leasing, Kredite, Versicherungen) gelten allerdings automotive‑spezifische Ausnahmen, um Doppelzählungen zu vermeiden.
Was heißt das konkret für OEMs und Zulieferer?
- Verbindliche Science Based Targets in der Automobilindustrie für alle wesentlichen Emissionsquellen, inklusive der Nutzungsphase (Scope‑3‑Kategorie 11).
- Stringente Dekarbonisierung der Lieferkette mit Fokus auf die CO2‑Reduktion der Zulieferer in Scope‑3‑Kategorie 1.
- Klare Pfade für den Hochlauf von Zero‑ und Near‑Zero‑Emission‑Fahrzeugen in allen relevanten Märkten.
Große Tier‑1‑Zulieferer – insbesondere im Powertrain‑Bereich – werden direkt adressiert: Sie müssen eigene Net‑Zero‑Ziele inklusive Scope‑3‑Kategorie‑11‑Emissionen ihrer Produkte definieren. Das macht sie zu aktiven Mitgestaltern der OEM‑Dekarbonisierung und nicht mehr nur zu „Emissionslieferanten“. Für Tier‑2‑ und Tier‑3‑Unternehmen rücken vor allem Datentransparenz und Produkt‑Carbon‑Footprints in den Fokus: OEMs werden künftig nur noch mit Lieferanten arbeiten können, die kompatible Emissionsdaten und glaubwürdige Reduktionspfade liefern.
Warum jetzt reagieren – und nicht nach der Finalisierung?
Wer die Frist 22.03.2026 verstreichen lässt, findet sich in einem fertigen Regelwerk wieder, das dann innerhalb von sechs Monaten in Beschaffungsrichtlinien, Lieferantenbewertungen und interne Steuerung übersetzt wird. Nutzen Sie die verbleibende Zeit, um:
- die Passfähigkeit der Kriterien zu Ihren Geschäftsmodellen zu prüfen,
- konkrete Hürden (Datenverfügbarkeit, Methodik, Übergangsfristen) in der Konsultation anzusprechen,
- interne Roadmaps für Scope‑3‑Management und Net‑Zero‑Zielsetzung zu schärfen.
Call-to-Action: Jetzt bis 22. März 2026 Position beziehen
Die Konsultationsfrist bis zum 22. März 2026 ist für die Automobilbranche ein einmaliges Zeitfenster: Wenn Sie als OEM, Tier‑1‑ oder Tier‑2‑Zulieferer von diesen Regeln betroffen sind, sollten Sie jetzt aktiv werden:
- Prüfen Sie die aktuelle Konsultationsfassung gezielt auf kritische Punkte für Ihr Geschäftsmodell (z.B. Scope‑3‑Abdeckung, Datenanforderungen, Übergangsfristen).
- Sammeln Sie intern Feedback aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Einkauf, Finanzen, Engineering und Vertrieb.
- Geben Sie Ihre Rückmeldung über den offiziellen Online‑Survey zur zweiten öffentlichen Konsultation ab und adressieren Sie dort konkrete Änderungsvorschläge oder Klarstellungsbedarfe.
Wer die Konsultation bis zum 22.03.2026 nutzt, gestaltet die künftigen Lieferkettenstandards OEM aktiv mit – wer abwartet, muss sich später an bereits festgelegte Anforderungen anpassen.
Weiterführende Informationen zu Science-Based Targets und Net-Zero-Ansätzen finden Sie auf unserer Website. Für individuelle Rückfragen steht Ihnen die DFGE jederzeit zur Verfügung: E-Mail: / Telefon: +49 8192 99733-20
Quellen & weiterführende Links:
- SBTi AUTOMOTIVE SECTOR NET-ZERO STANDARD – Version 0.1 – Second Public Consultation Draft, February 2026;
https://sciencebasedtargets.org/sectors/automotive-and-land-transport - LAND TRANSPORT SCIENCE-BASED TARGET-SETTING GUIDANCE – Version 1.1, October 2024;
https://files.sciencebasedtargets.org/production/files/Land-Transport-Guidance.pdf - SBTi CORPORATE NET-ZERO STANDARD – Version 1.3, September 2025;
https://files.sciencebasedtargets.org/production/files/Net-Zero-Standard.pdf - SBTi CORPORATE NET-ZERO STANDARD VERSION 2.0 – Draft for Second Public Consultation, November 2025;
https://files.sciencebasedtargets.org/production/files/CNZS-V2-Second-Consultation-Draft.pdf - Standard Operating Procedure (SOP) for Development of SBTi Standards – Version 1.0, December 2023 https://files.sciencebasedtargets.org/production/files/SBTi-Procedure-for-Development-of-Standards.pdf








