Science-Based Targets (SBTs) helfen Unternehmen, ihre Treibhausgasemissionen wissenschaftsbasiert zu reduzieren – und verbessern gleichzeitig ihr CDP-Rating im Climate Bereich. Doch wie genau punkten SBTs im CDP-Fragebogen? Und warum lohnt sich der Aufwand trotz strengerer Anforderungen? Hier die wichtigsten Insights:
SBTs im CDP-Fragebogen: Im Modul C7 spielt die Musik
Im CDP Climate Change Questionnaire – konkret im Modul C7 („Environmental Performance – Climate Change“) – werden SBTs gezielt abgefragt und belohnt. CDP prüft hier nicht nur die Existenz von Klimazielen, sondern vor allem deren wissenschaftliche Fundierung und Ambitionsniveau.
Die relevanten Fragen für SBTs finden sich im Targets-Abschnitt (Fragen 7.53 und 7.54) und unterscheiden sich je nach Zieltyp:
- Absolute Emissionsziele → Frage 7.53.1 (z. B. „Reduktion der Scope-1- und -2-Emissionen um X % bis 2030“)
- Intensitätsziele → Frage 7.53.2 (z. B. „Emissionsintensität pro Umsatz um Y % senken“)
- Portfolio-Ziele → Frage 7.53.4 (z. B. Dekarbonisierung von Produktportfolios oder Investitionsentscheidungen)
- Erneuerbare-Energien-Ziele → Frage 7.54.1 (z. B. „100 % Ökostrom bis 2025“ mit SBTi-Validierung)
- Lieferketten-Engagement → Frage 7.54.2 (z. B. „x% der Lieferanten setzen bis 2030 eigene SBTs“)
- Net-Zero-Ziele → Frage 7.54.3 (Langfriststrategie für Netto Null bis spätestens 2050)
Die vier Stufen im CDP-Score
CDP bewertet Unternehmen auf vier aufeinander aufbauenden Ebenen: Disclosure, Awareness, Management und Leadership. Dabei spiegelt jede Stufe den Fortschritt im Umgang mit Umweltinformationen wider – von der grundlegenden Offenlegung relevanter Daten(Disclosure) über das Verständnis und die Analyse von Risiken und Chancen (Awareness) bis hin zur aktiven Steuerung von Umweltstrategien (Management) und der Umsetzung führender, wissenschaftsbasierter Best Practices (Leadership). Die EbenenDisclosure und Awareness sind die Grundlage im CDP-Bewertungssystem. Erst wenn diese erfüllt sind, kann ein Unternehmen auf den gewichteten höheren Stufen Management und Leadership punkten.
SBTs im CDP-Fragebogen: So sammeln Unternehmen Punkte
Im CDP Climate Change Fragebogen können Unternehmen auf zwei Wegen Punkte für ihre Klimaziele erzielen: über die SBTi-Route oder die CDP-Route. Auf den unteren Bewertungsstufen (Disclosure und Awareness) macht es zunächst kaum einen Unterschied, ob die Ziele validiert sind oder nicht – hier zählt vor allem, ob ein Unternehmen überhaupt Klimaziele setzt oder plant. Schon das bringt mehr Punkte als gar keine Ziele zu haben.
Ab der Management-Ebene (B/B-) wird es entscheidend: Wenn ein Klimaziel von der Science Based Targets initiative (SBTi) validiert wurde, entfällt die zusätzliche Prüfung durch CDP. Das bedeutet: Die Punkte sind sicher, weil die SBTi-Validierung als Nachweis für wissenschaftliche Fundierung gilt. Ohne diese Validierung müssen Unternehmen in der CDP-Route selbst belegen, dass ihre Ziele den Anforderungen entsprechen – etwa durch detaillierte Angaben zu Basisjahr, Reduktionspfad und Ambitionsniveau.
Noch strenger wird es auf der Leadership-Ebene (A/A-): Hier führen nur SBTi-validierte Ziele für Scope 1, 2 und 3 zur vollen Punktzahl. Wer die CDP-Route wählt, muss nicht nur nachweisen, dass die Scope 1,2 und 3 Ziele den SBTi-Kriterien entsprechen (z. B. unternehmensweite Abdeckung, 1,5°C-Konformität, Zeithorizont von 5–10 Jahren, strenge Emissionsreduktionsforderungen), sondern erhält auch nicht die volle Punktzahl – selbst bei perfekter Erfüllung der CDP Route.
Der entscheidende Punkt: SBTi-Ziele sind ein Bestandteil der von CDP festgelegten Essential Criteria (EC) für den Climate Change Fragebogen. Diese Kriterien definieren die zwingenden Voraussetzungen für die Vergabe der CDP Scores B-/B (Management) und A- (Leadership) sowie für die Aufnahme in die A List. Nur wenn die jeweiligen ECs vollständig erfüllt sind, kann ein Unternehmen den entsprechenden Score erhalten. Wird beispielsweise im Climate Change-Fragebogen zwar ausreichend Punkte für ein A- erzielt, jedochdie ECs für Leadership nicht erfüllt, erhält das Unternehmen kein A- im CDP-Ergebnis. Das Vorweisen von SBTi-Zielen oder eigenenZielen, die dem Ambitionsniveau der SBTi-Ziele entsprechen, gehört zum EC-Katalog für Leadership (A-) und die A List. Die Zielsetzung istalso ein nicht verhandelbares Kriterium für die Leadership-Stufe und die begehrte A-List. Wer hier nachlässig ist, verschenkt nicht nurPunkte, sondern auch die Chance auf ein Top-Rating.
Wichtig zu wissen: Net-Zero-Ziele werden ab der Management-Ebene berücksichtigt. Um Management-Punkte für das Net-Zero Ziele zu erhalten, muss dieses SBT validiert sein, oder ein vergleichbar ambitioniertes Net-Zero Target berichtet werden. Dabei müssen alle Zielinformationen (Zielabdeckung, Zieljahr, verknüpfte Near-Term- und Long-Term-Ziele) exakt mit den von der SBTi genehmigten Net-Zero-Zielen übereinstimmen.
Warum SBTs immer wichtiger werden:
Ein gutes CDP-Rating (A- oder A) wirkt sich positiv auf die ESG-Bewertung aus und macht Unternehmen für nachhaltig orientierte Investoren attraktiv. Immer mehr Finanzakteure achten darauf, ob Unternehmen klare Klimaziele verfolgen – wer hier vorne mit dabei ist, profitiert von besserem Zugang zu Kapital und stärkerem Vertrauen bei Stakeholdern.
Zudem setzen immer mehr Unternehmen weltweit auf SBTs, um ihre Klimaambitionen zu unterstreichen. Die Science Based Targets initiative (SBTi) hat kürzlich die Marke von 10.000 validierten Zielen überschritten1 – ein klares Signal, dass wissenschaftsbasierte Klimaziele zum Standard werden. Laut einer Studie der SBTi von Ende 20252 berichten Unternehmen mit SBTs nicht nur von höherer Glaubwürdigkeit und besserem Investorenvertrauen, sondern auch von konkreten Wettbewerbsvorteilen:
- 91 % sehen positive Auswirkungen auf ihre Organisation.
- 90 % bestätigen, dass SBTs ihre Klimaschutzambitionen beschleunigen.
- 86 % geben an, dass SBTs die Dekarbonisierung ihres Unternehmens vorantreiben.
Schon heute haben 3/4 der DAX-Unternehmen ein validiertes Near-Term Target, und knapp die Hälfte sogar ein langfristiges Net-Zero-Ziel mit der SBTi. Das unterstreicht, wie stark sich die Erwartungen an unternehmerische Klimaverantwortung verschärft haben.
Fazit: SBTs als Schlüssel zu besserem CDP-Score und Wettbewerbsvorteilen
SBTs sind mehr als nur ein Instrument zur Emissionsreduktion – sie sind ein strategischer Hebel, um das CDP-Rating zu verbessern, Investoren zu überzeugen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die klare Botschaft: Unternehmen, die SBTs setzen und validieren lassen, profitieren nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich.
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Quellen
2 Science Based Targets initiative. 2025. The Impact of Setting Science-Based Targets on Businesses








