Wie KI EcoVadis, CDP & Co. verändert – und wo menschliche Expertise unverzichtbar bleibt
Künstliche Intelligenz (KI) durchdringt zunehmend alle Bereiche der Nachhaltigkeitslandschaft – auch die Welt der ESG-Ratings. Ob EcoVadis, CDP oder andere Bewertungssysteme: Sowohl auf Seiten der Rating-Anbieter als auch bei den bewerteten Unternehmen verändert KI die Spielregeln. Doch wie genau wirkt sich das aus?
1. KI auf Seiten der Rating-Anbieter:
Die wachsende Zahl bewerteter Unternehmen wäre ohne KI-Unterstützung wohl kaum noch handhabbar: EcoVadis bewertet bisher ca. 150.000 Unternehmen weltweit. Rating-Anbieter setzen bereits aktiv auf KI-Technologien, um ihre Bewertungsprozesse zu verbessern.
Konkret bedeutet das:
- Dokumentenanalyse: KI-Systeme können tausende hochgeladene Nachweise – von Zertifikaten über Richtlinien bis hin zu Audit-Berichten – automatisch auf Relevanz, Vollständigkeit und Konsistenz prüfen.
- Mustererkennung: Algorithmen identifizieren Auffälligkeiten, Widersprüche oder fehlende Informationen schneller als manuelle Prüfverfahren.
- Präzisere Diagnostik: Die Verbesserungshinweise in den Scorecards werden immer konkreter und individueller – auch dank KI-gestützter Analyse.
Wichtig dabei: EcoVadis selbst betont, dass KI den menschlichen Analysten nicht ersetzt – jede Bewertung wird laut EcoVadis weiterhin von einem Experten geprüft und finalisiert. Die KI unterstützt den Prozess, trifft aber nicht die endgültige Entscheidung.
Auch CDP integriert zunehmend datengetriebene Ansätze, um die Qualität und Vergleichbarkeit der Klimadaten zu erhöhen, die von tausenden Unternehmen jährlich offengelegt werden.
2. KI als Helfer beim Ausfüllen der Fragebögen
Für Unternehmen, die an EcoVadis-, CDP- oder ähnlichen Bewertungen teilnehmen, bietet KI ebenfalls wertvolle Unterstützung:
- Schnelleres Auffinden relevanter Informationen: Lädt man mehrere Dokumente – etwa Nachhaltigkeitsberichte, Richtlinien oder Audit-Ergebnisse – in ein KI-Tool hoch, kann dieses gezielt die Stellen identifizieren, an denen relevante Maßnahmen, Kennzahlen oder Nachweise beschrieben sind. Das spart enorm viel Zeit gegenüber dem manuellen Durcharbeiten dutzender Dokumente.
- Texterstellung und -optimierung: Große Sprachmodelle (LLMs) können dabei helfen, Antworten zu formulieren, bestehende Texte zu verbessern oder Nachweise zusammenzufassen.
- Übersetzung und Lokalisierung: Für international agierende Unternehmen erleichtert KI die sprachliche Aufbereitung von Nachweisdokumenten.
- Effizienzgewinn: Wiederkehrende Aufgaben wie das Aktualisieren von Vorjahresantworten oder das Zuordnen von Dokumenten zu Fragen können durch KI deutlich beschleunigt werden.
3. Wo KI an ihre Grenzen stößt
So leistungsfähig KI auch ist – in der Welt der ESG-Ratings gibt es klare Grenzen, die menschliche Expertise unverzichtbar machen:
1. Methodik-Expertise ist entscheidend
Die Bewertungsmethodik von EcoVadis, CDP und anderen Anbietern ist komplex und wird regelmäßig aktualisiert. Ein KI-Tool, das nicht kontinuierlich mit den neuesten Änderungen trainiert wird, kann veraltete oder falsche Empfehlungen geben. Zudem stoßen KI-Tools aufgrund der Komplexität der Scoring-Regeln und Abhängigkeiten zwischen Fragen schnell an ihre Grenzen. Die DFGE durchdringt diese Komplexität, verfolgt Änderungen laufend und passt ihre Beratung entsprechend an.
2. Qualität der Nachweise
KI kann bestehende Dokumente finden, aber sie kann keine Nachhaltigkeitsmaßnahmen implementieren. Rating-Anbieter wie EcoVadis wollen echte Dokumente aus dem Arbeitsalltag sehen, keine extra für EcoVadis erstellten Nachweisdokumente.
3. Halluzinationen und Fehlinformationen
Große Sprachmodelle neigen dazu, plausibel klingende, aber faktisch falsche Informationen zu erzeugen. Im Kontext eines ESG-Ratings kann das fatale Folgen haben – falsche Angaben können zu Abwertungen oder Reputationsschäden führen.
Fazit: KI als Werkzeug nutzen: Aber mit Bedacht
Künstliche Intelligenz ist ein mächtiges Werkzeug, das sowohl Rating-Anbieter als auch Unternehmen bei der Bewältigung der wachsenden ESG-Anforderungen unterstützt. Sie beschleunigt Prozesse, verbessert die Datenqualität und schafft Effizienzgewinne.
Doch Vorsicht: KI-generierte Antworten sind nicht automatisch korrekt. Sprachmodelle halluzinieren, interpretieren Methodik-Anforderungen falsch oder liefern oberflächliche Antworten, die einer kritischen Prüfung durch die Rating-Analysten nicht standhalten. Wer sich blind auf KI verlässt, riskiert fehlerhafte Angaben, Inkonsistenzen in der Einreichung oder im schlimmsten Fall eine Abwertung.
Eine sorgfältige menschliche Prüfung – durch Expertinnen und Experten, die sowohl die Rating-Methodik als auch den Unternehmenskontext kennen – bleibt daher unerlässlich. Genau hier setzt die DFGE an: Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Nachhaltigkeitsberatung, tiefem Verständnis der Rating-Methodik und einem eingespielten Team aus Expertinnen und Experten begleiten wir Unternehmen ganzheitlich – von der Datenerhebung über die Fragebogenbearbeitung bis zur strategischen Weiterentwicklung.
Sie möchten Ihr EcoVadis– oder CDP-Rating verbessern? Sprechen Sie uns an – wir unterstützen Sie gerne! Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung: oder telefonisch unter 08192-99733-20 für weitere Informationen.








