Erweiterung möglicher Nachweisdokumente, geänderte Bewertungsprinzipien für GRI-Berichte und neue Fragen zu Umweltrisiken
EcoVadis passt die Bewertungsmethodik regelmäßig an, um aktuelle Nachhaltigkeitsstandards und unternehmerische Herausforderungen abzubilden. Mit dem Methodik Update Q1 2026 setzt EcoVadis diesen Kurs fort und kommuniziert mehrere wichtige Neuerungen.
Wir fassen die wichtigsten Änderungen zusammen und zeigen, was EcoVadis Teilnehmende jetzt wissen sollten:
1. Erweiterte zulässige Nachweise für Zertifizierungen
EcoVadis erweitert die anerkannten Nachweise für Zertifizierungen. Künftig können unter bestimmten Bedingungen auch Screenshots aus öffentlichen Datenbanken oder sonstige Kommunikationsnachweise mit Zertifizierungsstellen berücksichtigt werden. Voraussetzung ist, dass der Zertifizierungsstandard über eine öffentliche Verifizierungsdatenbank verfügt.
Diese Aktualisierung soll den Bewertungsprozess vereinfachen, indem es Unternehmen ermöglicht, alternative Nachweise für ihre zertifizierten Managementsysteme vorzulegen.
Alternative Dokumenttypen, die angehängt werden können, wenn zum Zertifikatsstandard eine öffentliche Datenbank gehört (z. B. B Corp, ISO-Normen):
- Screenshot der Datenbank
- Audit-Bericht
- Jahres- oder Nachhaltigkeitsbericht mit oder ohne Zusicherung durch unabhängigen Dritten
- Screenshot der Website
- Rechnung
- Kommunikation mit der Zertifizierungsstelle
2. Audit-Berichte können stärker genutzt und auch als Nachweis für Richtlinien, Maßnahmen und Berichterstattung angehängt werden
EcoVadis akzeptiert künftig externe Nachhaltigkeits- und Zertifizierungsaudit-Berichte auch als Nachweis für Richtlinien, Maßnahmen und Berichterstattung. Bisher wurden Nachhaltigkeitsaudits nur im Rahmen der Fragen GEN5004 als Nachweis dafür berücksichtigt, dass ein unabhängiger, akkreditierter Prüfer ein Audit in Bezug auf Nachhaltigkeitsfragen durchgeführt hat. Zukünftig können die Berichte auch an anderer Stelle angehängt werden. Bei Richtlinien und Berichterstattung muss jedoch beachtet werden, dass der Bericht mind. 80 % der Geschäftstätigkeiten abdecken muss um akzeptiert zu werden.
3. GRI „mit Verweis“ / “with reference to” wird künftig besser berücksichtigt
EcoVadis berücksichtigt künftig die Konformitätsstufe „mit Verweis“ / „with reference to“ bei GRI-Berichten stärker. Bisher hatte diese Stufe keinen Einfluss auf den Indikator Berichterstattung, künftig kann sie zu einer Punktzahl von bis zu 75 beitragen, sofern die übrigen Anforderungen an die Berichtsqualität erfüllt sind. Bisher wurden Berichte die in Anlehnung an die GRI Standards erstellt wurden nur mit einer Stärke ausgezeichnet. Die Aktualisierung stellt sicher, dass Unternehmen, die Berichte „mit Verweis“ auf die GRI Universal Standards erstellen, für die Qualität ihrer Offenlegung besser belohnt werden.
4. Detailliertere Verbesserungsbereiche in der Scorecard
Bereits mit dem letzten Methodik Update Q4 2025 wurden neue Verbesserungsbereiche in der Scorecard ergänzt. Auch in dieser Aktualisierungsrunde wird das Feedback noch konkreter. Statt allgemeiner Verbesserungshinweise zeigt EcoVadis künftig präzisere diagnostische Hinweise an, die Teilnehmenden helfen sollen, Lücken besser zu verstehen.
5. Neue Fragen zur Vorsorge gegen Umweltrisiken
EcoVadis führt neue, nachweisbasierte Fragen ein, die sich auf die Bewertung von Umweltrisiken und Aktionen zum Umgang mit externer Umweltzerstörung konzentrieren.
Neue Frage 1: Welche Aktionen hat Ihr Unternehmen ergriffen, um die potenziellen betrieblichen und finanziellen Auswirkungen externer Umweltrisiken zu bewerten?
Neue Frage 2: Welche Aktionen hat Ihr Unternehmen ergriffen, um auf externe Umweltzerstörung zu reagieren?
Wichtig: Die neuen Fragen wirken sich nicht auf die Punktzahl aus, aber die damit verbundenen Stärken oder Verbesserungsbereiche werden anhand der vorgelegten Nachweise in der Scorecard angezeigt.
6. Scope-2-Berichterstattung künftig nach markt- und standortbezogen Faktoren
EcoVadis trennt künftig die Scope-2-Berichterstattung in standortbezogen und marktbezogen. Damit folgt EcoVadis stärker den Standards des GHG Protocol und erhöht die Datengenauigkeit bei THG-Angaben. Die Unterscheidung schafft mehr Transparenz, insbesondere bei Energiebeschaffung und Dekarbonisierungsstrategien. Es werden folglich anstelle einer, nun zwei Kennzahlen zu Scope 2 Emissionen abgefragt:
- Gesamtbruttoemissionen von Scope-2-Treibhausgasen (standortbezogen)
- Gesamtbruttoemissionen von Scope-2-Treibhausgasen (marktbezogen)
7. Neue Methodik-Offenlegungen und ein einheitliches Versionssystem
EcoVadis veröffentlicht künftig für alle Rating-Produkte umfassende Dokumente zur Methodik-Offenlegung. Dazu gehören unter anderem Informationen zu Zielsetzung, Geltungsbereich, Bewertungssystem, Datenquellen, Datenverarbeitung und methodischen Einschränkungen. Zusätzlich führt EcoVadis ein einheitliches Major-Minor-Versionssystem ein. Wesentliche Änderungen werden künftig über die Hauptversion, kleinere Anpassungen über die Nebenversion abgebildet.
Fazit
Das Methodik-Update Q1 2026 zeigt erneut, dass EcoVadis seine Bewertung verfeinert und stärker auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und belastbare Evidenz setzt. Für Unternehmen bedeutet das vor allem:
- Zertifikate und Audit-Berichte können stärker eingesetzt werden.
- Umwelt- und Klimarisiken gewinnen an Bedeutung für EcoVadis.
- Methodik-Offenlegungen liefern Transparenz bzgl. dem erzielten Scoring.
Weitere Details zu den Methodik-Aktualisierungen können Sie im Hilfe-Center in EcoVadis einsehen: Aktualisierungen der Methodik im Q1 2026 – EcoVadis Hilfe-Center
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