2025: Trotz Rückschlägen – Wissenschaftsbasierte Klimaziele boomen
Auch wenn das Jahr 2025 mit der Überarbeitung der EU-Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und den daraus resultierenden Unsicherheiten für viele Unternehmen turbulenter verlief als erwartet, zog die Science-Based Targets Initiative (SBTi) am Ende dennoch eine erfreuliche Bilanz.
Wie ihre aktuelle Studie[1] zeigt, war 2025 ein Jahr beispielloser Dynamik – mit über 9.500 Unternehmen, die sich wissenschaftsbasierte Klimaziele gesetzt haben.[2]
Die wichtigsten Entwicklungen 2025
- Mehr als 9.760 Unternehmen haben validierte Klimaziele, darunter 2.325 mit Netto-Null-Zielen
- 12.350 Unternehmen haben sich dazu verpflichtet, sich Ziele zu setzen
- 91% der Unternehmen berichten positive Effekte auf Reputation, Strategie und Finanzperformance
- 97% mehr Unternehmen mit kurzfristigen Zielen (Januar 2024–Juni 2025)
- 227% mehr Unternehmen mit kombinierten kurzfristigen und Netto-Null-Zielen
Diese Zahlen beweisen: Trotz politischer Rückschläge bleibt der Trend zu wissenschaftsbasierten Klimazielen ungebrochen. Die SBTi wird 2026 diese positive Entwicklung weiter vorantreiben.
Weitere wichtige Entwicklungen 2025: Standards und Branchenlösungen
Neben den Fortschritten bei den Klimazielen gab es 2025 auch bedeutende Weiterentwicklungen bei Standards und branchenspezifischen Lösungen:
1. Corporate Net-Zero Standard (Version 2)
Die Überarbeitung des Corporate Net-Zero Standard Version 2[3] machte 2025 große Fortschritte. Durch zwei globale Konsultationen mit über 1.750 Stakeholdern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft wurde sichergestellt, dass die neue Version wissenschaftlich fundiert, glaubwürdig und für Unternehmen umsetzbar bleibt.
2. Financial Institutions Net-Zero Standard
Im Juli 2025 wurde der erste Net-Zero-Standard für Finanzinstitute[4] veröffentlicht. Dieser ermöglicht es Banken, Asset-Managern, Private-Equity-Firmen und anderen Finanzakteuren, wissenschaftsbasierte Ziele zu setzen, die mit dem Netto-Null-Ziel 2050 kompatibel sind. Der Standard bietet klare Handlungsanweisungen für Kreditvergabe, Investitionen, Versicherungen und Kapitalmarktaktivitäten.
3. Neue Wege für die Chemieindustrie
Im Dezember 2025 wurden branchenübergreifende Pfade und Kriterien[5] für die Chemieindustrie veröffentlicht. Diese unterstützen Hersteller bei ihrer Netto-Null-Transformation in einem sich schnell wandelnden globalen Markt. Die Leitlinien sind mit dem Corporate Net-Zero Standard und den Near-Term Criteria abgestimmt und helfen Unternehmen, alle relevanten Emissionen zu erfassen.
4. FLAG-Kriterien (Forests, Land and Agriculture)
Die FLAG-Kriterien (Forests, Land and Agriculture) wurden 2025 weiterentwickelt. Eine öffentliche Konsultation im Oktober und ein Pilot-Test für den Holz- und Faserpfad[6] im November zielten darauf ab, Klarheit und Konsistenz für Unternehmen zu verbessern, während gleichzeitig hohe Ambitionen und wissenschaftliche Aktualität gewahrt bleiben.
5. Automotive Sector Net-Zero Standard
Die Arbeit am Automotive Sector Net-Zero Standard[7] schritt 2025 voran. Eine öffentliche Konsultation (Juni–August) mit über 120 Rückmeldungen sowie ein Pilot-Test im August halfen, den Entwurf zum zu Automotive Sector Net-Zero Standard verfeinern. Weitere Pilot-Tests und eine zweite Konsultation von Ende 2025 bis Anfang 2026 sind geplant.
6. Power Sector Net-Zero Standard
Auch der Power Sector Net-Zero Standard[8] machte Fortschritte. Ein erster Entwurf wurde von September bis November öffentlich konsultiert, mit Input von über 120 Stakeholdern. Die Pilot-Tests beginnen voraussichtlich 2026.
Fazit: 2025 – Ein Jahr des Fortschritts trotz Herausforderungen
Trotz politischer Rückschläge und globaler Unsicherheiten hat 2025 gezeigt, dass wissenschaftsbasierte Klimaziele weiterhin eine zentrale Rolle in der Unternehmenswelt einnehmen. Die SBTi konnte nicht nur Rekordzahlen bei den Zielsetzungen verzeichnen, sondern auch wichtige Standards und branchenspezifische Lösungen weiterentwickeln. Diese Dynamik unterstreicht, dass Klimaschutz nicht nur eine Verpflichtung, sondern eine strategische Chance für Unternehmen ist.
Wie die DFGE Unternehmen unterstützt
Für Unternehmen, die Science-Based Targets (SBTs) entwickeln oder umsetzen, entstehen vielfältige operative Anforderungen. Die DFGE unterstützt Organisationen dabei, diese Aufgaben strukturiert und regelkonform zu bewältigen. Dazu gehören:
- Entwicklung und Validierung von SBTi-konformen Reduktionszielen
- Berechnung und Analyse der Emissionen in Scope 1, 2 und 3
- Erstellung und Umsetzung unternehmensweiter Klimastrategien
- Berichterstattung gemäß internationaler Standards (z. B. CSRD, GRI, TCFD)
Darüber hinaus unterstützt die DFGE bei der Auswahl geeigneter Methoden, der Definition relevanter Berechnungsfaktoren und der Festlegung unternehmensspezifischer Zielsetzungen. Als erster offizieller SBTi-Partner des CDP in der DACH-Region begleitet die DFGE seit vielen Jahren Unternehmen aller Größen – vom Mittelstand bis hin zu DAX- und MDAX-Konzernen – bei der Einführung wissenschaftsbasierter Klimaziele.
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Quellen:
[1] Science Based Targets initiative. 2025. The Impact of Setting Science-Based Targets on Businesses https://sciencebasedtargets.org/the-impact-of-setting-science-based-targets-on-businesses
[2] Siehe auch unseren Blogpost vom 11.12.2025 ausführlich zu diesem Thema: The Impact of Setting Science-Based Targets: Warum SBTs für Unternehmen zum Erfolgstreiber werden – DFGE – Institute for Energy, Ecology and Economy
[3] Developing the Corporate Net-Zero Standard Version 2 – Science Based Targets Initiative
[4] Financial-Institutions-Net-Zero-Standard.pdf
[5] SBTi Criteria for the Implementation of Chemicals Sector Pathways.pdf
[6] SBTi Opens Pilot Testing Applications for Updated Timber and Wood Fiber Pathway – Science Based Targets Initiative
[7] Automotive and Land Transport – Science Based Targets Initiative
[8] SBTi launches pilot to shape the power sector’s Net-Zero Standard – Science Based Targets Initiative








