Nachhaltigkeit ist Standard und Exzellenz wird zum Wettbewerbsvorteil
Nachhaltigkeit ist in der globalen Unternehmenslandschaft endgültig angekommen. Der OECD Global Corporate Sustainability Report 2025 zeigt eindrucksvoll, wie stark sich Nachhaltigkeit von einer freiwilligen Initiative zu einem festen Bestandteil unternehmerischer Steuerung, Governance und Kapitalmarktkommunikation entwickelt hat. Mit der zunehmenden Verbreitung verschiebt sich der Fokus: Nicht mehr das Ob der Berichterstattung steht im Vordergrund, sondern deren Qualität, Verlässlichkeit und strategische Relevanz.
Berichterstattung ist etabliert, doch Qualität entscheidet
Mit 91 Prozent der globalen Marktkapitalisierung, die bereits über Nachhaltigkeit berichten, ist ESG-Transparenz heute Mainstream. Gleichzeitig offenbart der OECD-Report erhebliche Unterschiede in Tiefe, Konsistenz und Vergleichbarkeit der Informationen. Viele Unternehmen stehen vor der Aufgabe, heterogene Datenquellen, unterschiedliche Standards und historisch gewachsene Prozesse in ein robustes und konsistentes Reporting-System zu überführen.
Gerade im Kontext von CSRD und ESRS zeigt sich, dass Nachhaltigkeitsberichterstattung nur dann tragfähig ist, wenn sie systematisch aufgebaut und eng mit bestehenden Steuerungs- und Kontrollprozessen verzahnt wird. Aus unserer Erfahrung bei der DFGE hat sich ein strukturierter Ansatz bewährt, der ESG-Datenmodelle klar definiert, Verantwortlichkeiten festlegt und Prozesse über mehrere Berichtsjahre hinweg konsistent hält. Nur so lassen sich belastbare und vergleichbare Berichte erstellen, die auch externen Prüfungen standhalten.
Treibhausgasdaten werden strategisch, Scope 3 bleibt die größte Herausforderung
Der Report verdeutlicht, dass Treibhausgasemissionen längst ein zentrales Steuerungsthema sind. Während 88 Prozent der Unternehmen Scope 1 und 2 berichten, erfassen nur 76 Prozent mindestens eine Scope-3-Kategorie. Dabei machen Scope-3-Emissionen in vielen Branchen den größten Anteil des gesamten CO₂-Fußabdrucks aus.
In der Praxis zeigt sich, dass belastbare Primärdaten aus der Lieferkette häufig noch fehlen und viele Unternehmen auf Schätzungen angewiesen sind. Wir aben die Erfahrung gemacht, dass methodisch saubere Berechnungen von Corporate und Product Carbon Footprints, eine strukturierte Scope-3-Analyse und die schrittweise Einbindung von Lieferanten entscheidend für realistische Reduktionspfade sind. Unternehmen, die diese Elemente verbinden, können ihre Dekarbonisierungsstrategie strategisch steuern und gleichzeitig ihre Glaubwürdigkeit gegenüber Stakeholdern erhöhen.
Verlässlichkeit rückt in den Fokus, Assurance wird zum Erwartungsstandard
Nur 42 Prozent der Unternehmen lassen ihre Nachhaltigkeitsinformationen extern prüfen, meist mit begrenzter Prüftiefe. Gleichzeitig steigen die Erwartungen von Investoren, Aufsichtsräten und Regulatoren deutlich. Nachhaltigkeitskennzahlen sollen nachvollziehbar, konsistent und prüfungssicher sein.
Aus unserer Erfahrung bei DFGE reicht es nicht, bestehende Daten einfach zusammenzutragen. ESG-Kennzahlen müssen methodisch fundiert, sauber dokumentiert und klar in Governance-Strukturen eingebettet werden. Besonders erfolgreich sind Unternehmen, die ESG-Fachbereiche, Management und Wirtschaftsprüfung frühzeitig und strukturiert miteinander verzahnen. So werden Kennzahlen prüfbar, transparent und wirksam als Steuerungsinstrument.
Nachhaltigkeit auf Vorstandsebene, Governance und Anreize im Wandel
Nachhaltigkeit ist längst kein operatives Randthema mehr. Sie ist auf Vorstandsebene angekommen. 70 Prozent der Boards überwachen Klimathemen, und 67 Prozent der Unternehmen verknüpfen variable Vergütung mit Nachhaltigkeitszielen.
Der OECD-Report macht deutlich, dass Wirkung nur dort entsteht, wo Nachhaltigkeit konsequent in Zielsysteme, KPIs und Anreizmechanismen integriert wird. Bei der DFGE beobachten wir, dass Unternehmen, die ESG in ihre Governance-Strukturen einbetten und Fortschritte über Management-Dashboards transparent machen, Nachhaltigkeit erfolgreich in operative Entscheidungen einfließen lassen. Dadurch wird ESG vom Berichtsthema zum echten Managementinstrument.
Doppelte Wesentlichkeit als Realitätscheck
Die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse erweist sich als zentrales Instrument, um Handlungsdruck sichtbar zu machen. Während Klimathemen nahezu durchgängig als wesentlich identifiziert werden, bleiben Themen wie Menschenrechte, Lieferkettenrisiken oder Biodiversität häufig unterbewertet, insbesondere in der finanziellen Steuerung.
Gerade die CSRD zeigt klare Lücken zwischen Impact-Bewertung, Risikomanagement und strategischer Umsetzung auf. Unsere Erfahrung zeigt, dass nicht nur die formale Durchführung der Analyse entscheidend ist, sondern vor allem die Ableitung konkreter Maßnahmen und deren Integration in Strategie und Berichterstattung. Auf diese Weise entstehen aus der Wesentlichkeitsanalyse konkrete Handlungsprogramme, die sowohl regulatorische Anforderungen erfüllen als auch echten Mehrwert schaffen.
Fazit: Nachhaltigkeit braucht Substanz
Der OECD Global Corporate Sustainability Report 2025 zeigt klar, dass Nachhaltigkeit heute zum unternehmerischen Standard gehört. Der Unterschied entsteht dort, wo Unternehmen ESG nicht isoliert betrachten, sondern als integralen Bestandteil ihrer Steuerung verstehen. Datenqualität, Governance und strategische Verankerung entscheiden darüber, ob Nachhaltigkeit Wirkung entfaltet.
Es zeigt sich, dass Unternehmen besonders profitieren, wenn Analyse, Strategie, operative Umsetzung und Berichterstattung eng miteinander verzahnt werden. Auf diese Weise wird Nachhaltigkeit messbar, steuerbar und langfristig wirksam – und entwickelt sich vom Pflichtthema zu einem echten strategischen Vorteil. Wir unterstützen Ihr Unternehmen gerne bei diesem wichtigen Thema. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an oder telefonisch unter +49 8192 99733-20.
Quellen:
- OECD (2025), Global Corporate Sustainability Report 2025, OECD Publishing, Paris. https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2025/10/global-corporate-sustainability-report-2025_57b105f2/bc25ce1e-en.pdf
- OECD (2025), OECD Corporate Governance Factbook 2025, OECD Publishing, Paris








